An Autolykus III 7

„Plato […] behauptet, daß die Seelen […] einiger sogar in Tiere übergehen. Wie sollte Leuten, die Vernunft besitzen, diese seine Lehre nicht schrecklich und gottlos erscheinen, nach der ein Wesen, das einst ein Mensch gewesen, […] ein […] unvernünftiges Tier werden soll? Gleiche Faseleien findet man auch bei Pythagoras, der zudem auch noch die Vorsehung wegdemonstriert […]“

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 14, Kempten/München 1913, S. 83.

Verfasst von

Theophilus von Antiochia

Theophilus († um 183 n. Chr.), spätantiker Bischof oder Aufseher und Apologet, ist u. a. durch seine Schrift „An Autolykus“ bekannt. Über Herkunft, Ausbildung und genaue Lebensdaten geben die Quellen nur spärliche Hinweise, doch erscheint er als gebildeter Vertreter der syrisch-antiochenischen Kirche. In seinem Hauptwerk (der dreibändigen Apologie, die sich an einen gebildeten heidnischen Freund namens Autolykus richtet, den Theophilus vom Christentum überzeugen möchte) verbindet er biblische Exegese, Chronologie und Kritik am Heidentum mit einer einfachen, jedoch systematischen Darstellung des christlichen Glaubens. Das Werk setzt bei der Skepsis eines heidnischen Intellektuellen an und möchte aufzeigen, dass der christliche Glaube intellektuell verantwortbar ist. Theophilus wählt daher die Form eines gelehrten Gesprächs, das auf Bildung, Schriftkenntnis und rationaler Argumentation basiert. Grundlegende Themen sind die Wahrheit der biblischen Schöpfungserzählung, eine biblisch begründete Welt- und Menschheitschronologie sowie die Überlegenheit des einen Gottes gegenüber den heidnischen Göttern. Theophilus kritisiert Götterbilder, Mythen und sittliche Defizite des Heidentums und entfaltet demgegenüber ein Verständnis von Gott als Schöpfer, Richter und Quelle der Weisheit. „An Autolykus“ präsentiert das Christentum als vernünftige, moralisch überlegene, geschichtlich fundierte und letztlich wahre Religion.