Rede an die Bekenner des Griechentums (Kap. 29,3–4)

abgefasst um 160 n. Chr. von Tatian der Assyrer

„Und es fügte sich, daß diese Schriften mich überzeugten durch die Schlichtheit ihres Stils, durch die Anspruchslosigkeit ihrer Verfasser, durch die wohlverständliche Darstellung der Weltschöpfung, durch die Voraussicht der Zukunft, die Ungewöhnlichkeit der Vorschriften und die Zurückführung aller Dinge auf einen Herrn: [4] sie haben meine Seele über Gott belehrt und ich verstand, daß die Griechenlehre zur Verdammnis führe, die Barbarenlehre aber die Sklaverei in der Welt aufhebe, von vielen Herren und tausend Tyrannen uns befreie […]“

Gegen die Häresien II 27,1

abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon

„Wer aber gesunden Verstandes und geraden, frommen und wahrheitsliebenden Herzens ist, der wird eifrig erforschen, was Gott in die Gewalt der Menschen gegeben und unserer Kenntnis unterworfen hat, und wird darin fortschreiten und durch tägliche Übung leicht zu einer Wissenschaft von diesen Dingen gelangen. Hierzu gehören die, welche uns vor Augen liegen und was offen und mit unzweideutigen Ausdrücken in den Schriften niedergelegt ist.“

Gegen die Häresien III 1,1

abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon

„Von keinem andern als von denen, durch welche das Evangelium an uns gelangt ist, haben wir Gottes Heilsplan gelernt. Was sie zuerst gepredigt und dann nach dem Willen Gottes uns schriftlich überliefert haben, das soll­te das Fundament und die Grundsäule unseres Glaubens werden. […] Matthäus verfaßte seine Evangelienschrift bei den Hebräern in hebräischer Sprache, als Petrus und Paulus zu Rom das Evangelium verkündeten und die Kirche gründeten. Nach deren Tode zeichnete Markus, der Schüler und Dolmetscher Petri, dessen Predigt für uns auf. Ähnlich hat Lukas, der Begleiter Pauli, das von diesem verkündete Evangelium in einem Buch niedergelegt. Zuletzt gab Johan­nes, der Schüler des Herrn, der an seiner Brust ruhte, während seines Aufenthaltes zu Ephe­sus in Asien das Evangelium heraus.“

Gegen die Häresie eines gewissen Noetus (Kap. 9)

abgefasst um 205 n. Chr. von Hippolyt von Rom

„Es gibt, Brüder, einen Gott, dessen Erkenntnis wir aus den Heiligen Schriften gewinnen und aus keiner anderen Quelle. Denn so, wie ein Mensch, der in der Weisheit dieser Welt geübt sein will, dieselbe auf keine andere Wei­se erlangen kann als dadurch, dass er sich mit den Lehrsätzen der Philosophen vertraut macht, so werden auch wir alle, die Frömmigkeit üben wollen, ihre Ausübung von keiner anderen Seite her erlernen können als von den Weissagungen Gottes. Was also die Heiligen Schriften verkün­den, auf das wollen wir schauen […]. Nicht nach unserem eigenen Willen noch nach unserem eigenen Sinn, […] sondern so, wie Er beschlossen hat, es durch die Heiligen Schriften zu lehren, so wollen wir es erkennen.“

Über die Grundlehren der Glaubenswissenschaft IV 1,7

abgefasst um 225 n. Chr. von Origenes

„Denn wenn die abgedroschenen menschli­chen Beweismittel, in die biblischen Bücher gelegt, die Menschen zu überzeugen vermocht hätten, so würde unser Glaube mit Recht als Menschenweisheit und nicht als Gotteskraft an­gesehen. Nun aber sieht jeder, der nur die Augen öffnen will, klar, daß die Predigt des Wortes nicht durch Ueberredungskünste der Weisen, sondern durch den Erweis von Geist und Kraft unter dem Volke durchgedrungen ist. […] Jene Weisheit aber wird uns klar aufgehen in der Offenbarung des Geheimnisses, das seit ewigen Zeiten verschwiegen blieb, nun aber geoffen­bart ist durch die prophetischen Schriften und durch die Erscheinung unsers Herrn und Hei­lands Jesu Christi, welchem die Ehre sey in alle Ewigkeiten.“

Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien und Seleucia in Isaurien (Kap. 6)

abgefasst um 360 n. Chr. von Athanasius von Alexandria

„Ohne Grund laufen sie [scil. die Arianer] also umher und geben überall vor, sie hätten des Glaubens wegen die Haltung der Synoden verlangt. Denn die heilige Schrift genügt mehr, als alles Andere […]; denn die zu Nicäa Versammelten […] haben so trefflich darüber geschrieben, daß diejenigen, welche ihre Schriften mit unbefangenem Sinne lesen, durch dieselben an die Frömmigkeit gegen Christum, welche in den göttlichen Schriften verkündet wird, erinnert werden können.“

Über die Dreieinigkeit I 18

abgefasst um 360 n. Chr. von Hilarius von Poitiers

„Der beste Leser nämlich ist, wer die Erkenntnis der Worte mehr von den Worten her erwartet, als sie ihnen aufprägt, und mehr annimmt als beibringt, und (sich) nicht (zu der Meinung) zwingt, daß in dem Gesagten dasjenige enthalten scheine, was er vor dem Lesen als Erkenntnisziel sich vorgesetzt hat. Da wir also über Gottes Dinge sprechen wollen, so wollen wir Gott die Erkenntnis seiner selbst zugestehen und seinen Worten in ehrfürchtiger Verehrung dienen. Denn ein für sich selbst geeigneter Zeuge ist, wer nicht anders als nur durch sich erkennbar ist.“

39. Festbrief des hl. Athanasius

abgefasst um 367 n. Chr. von Athanasius von Alexandria

„Dieses sind die Quellen des Heiles, welche den Dürstenden mit ihren Worten erfüllen; in diesen allein wird die Lehre der Frömmigkeit verkündet. Niemand darf diesen etwas beifügen, und Niemand von diesen etwas wegnehmen. In Bezug auf diese beschämte der Herr die Saducäer, mit den Worten, ‚Ihr seyd irrig daran, da ihr die Schriften nicht könnet.‘ [Mt 22,29.] Die Juden aber ermahnte er mit den Worten: ‚Forschet in den Schriften, denn sie sind es, die von mir Zeugniß geben.‘ [Joh 5,39.]“