Das Buch über Christus und den Antichrist (Kap. 61)

abgefasst um 200 n. Chr. von Hippolyt von Rom

„‚Und da gesehen der Drache, daß er geworfen auf die Erde, verfolgte er das Weib. Und dem Weibe wurden gegeben zwei Flügel des großen Adlers, damit es fliege in die Wüste, wo es genährt wird eine Zeit, Zeiten und die Hälfte einer Zeit, fort aus dem Angesicht der Schlange‘ [Offb 12,13–14] sagt er ferner. Dieses sind die tausend zweihundert und sechzig Tage, die Hälfte der Woche, in denen der Tyrann herrschen und die Kirche verfolgen wird, während sie von Stadt zu Stadt flieht, sich in der Wüste, in den Bergen verbirgt und ihr nichts Anderes geblieben ist als die beiden Flügel des großen Adlers, d. i. der Glauben an Jesus Christus […]“

1. Canon: Über den hl. Glauben

abgefasst um 200 n. Chr. von Hippolyt von Rom

„Vor Allem müssen wir unsere Rede mit dem heiligen, rechten Glauben beginnen, der da ist an unsern Herrn Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes. Wir haben Dieses aufgestellt zur Bezeugung des Glaubens und bekennen freiwillig, in der Wahrheit beharrend, die Dreifaltigkeit, welche in Allem gleich an Ehre, gleich an Herrlichkeit ist und weder Anfang noch Ende hat. Das Wort ist der Sohn Gottes, der da ist der Schöpfer jeder Creatur, der sichtbaren wie der unsichtbaren.“

Kommentare zu Daniel

abgefasst um 205 n. Chr. von Hippolyt von Rom

„Zu jener Zeit wird große Bedrängnis sein, wie sie seit Anfang der Welt nicht gewesen ist. Denn Menschen werden durch jede Stadt und jedes Land ausgesandt werden, um die Gläubigen zu vernichten – einige in die eine, andere in eine andere Richtung. Und die Heiligen werden vom Westen nach Osten ziehen und unter Verfolgung vom Osten nach Süden vertrieben werden. Andere Heilige jedoch werden sich in den Bergen und Höhlen verbergen. Und das Gräuel wird überall gegen sie Krieg führen. Durch seinen Erlass wird er die Heiligen zu Wasser und Land vernichten. Mit allen verfügbaren Mitteln wird er versuchen, sie aus der Welt auszurotten. Und niemand wird mehr sein Eigentum verkaufen oder von Fremden kaufen können – es sei denn, er wird den Namen des Tieres bei sich tragen und bewahren oder dessen Malzeichen an seiner Stirn tragen.“

Gegen die Häresie eines gewissen Noetus (Kap. 9)

abgefasst um 205 n. Chr. von Hippolyt von Rom

„Es gibt, Brüder, einen Gott, dessen Erkenntnis wir aus den Heiligen Schriften gewinnen und aus keiner anderen Quelle. Denn so, wie ein Mensch, der in der Weisheit dieser Welt geübt sein will, dieselbe auf keine andere Wei­se erlangen kann als dadurch, dass er sich mit den Lehrsätzen der Philosophen vertraut macht, so werden auch wir alle, die Frömmigkeit üben wollen, ihre Ausübung von keiner anderen Seite her erlernen können als von den Weissagungen Gottes. Was also die Heiligen Schriften verkün­den, auf das wollen wir schauen […]. Nicht nach unserem eigenen Willen noch nach unserem eigenen Sinn, […] sondern so, wie Er beschlossen hat, es durch die Heiligen Schriften zu lehren, so wollen wir es erkennen.“