„[Novatian] stürzt den Glauben und das Bekenntnis um, die der Taufe vorausgehen.“
Dionysius von Alexandria
Dionysius († um 264 n. Chr.) war ein bedeutender Theologe und Aufseher oder Bischof der alexandrinischen Kirche. Als Schüler von Origenes (ca. 185–255 n. Chr.) leitete er die Katechetenschule in Alexandria, wo er sich durch exegetische Schriften und apologetische Werke auszeichnete. Um 248 n. Chr. wurde er zum Bischof gewählt und stand in einer Zeit turbulenter Verfolgungen, darunter der von Kaiser Decius, die von 249 bis 251 n. Chr. stattfand, vor der er zeitweise auch nach Libya, Nordafrika, floh.
Eine Schlüsselrolle spielte Dionysius bei der Auseinandersetzung mit häretischen Strömungen: Er polemisierte gegen die Sabellianer und engagierte sich in der Widerlegung modalistischer Irrlehren. In Briefen an Novatian († um 257 n. Chr.) und andere Adressaten thematisierte er die Frage nach der Wiedereingliederung vormals vom christlichen Bekenntnis Abgefallener in die Kirche. Besonders bekannt ist sein Brief über den Sabellianismus und seine Verteidigung der alexandrinischen Christen gegen Valerian, der von 253 bis 260 n. Chr. römischer Kaiser war.
Dionysius verstarb friedlich in Alexandria, nachdem er die Kirche durch Krisen wie die Libyer-Verfolgungen geführt hatte. Seine Werke, größtenteils erhalten durch Eusebius von Cäsarea (270–340 n. Chr.) und Athanasius von Alexandria (ca. 295–373 n. Chr.), beeinflussten die weitere patristische Theologie nachhaltig.