„Einige der Engel, die sich weigerten, sich dem Gebot Gottes zu unterwerfen, widerstanden Seinem Willen; und einer von ihnen fiel tatsächlich wie ein Blitzstrahl auf die Erde, während andere, von dem Drachen bedrängt, Lust suchten in geschlechtlichen Verbindungen mit den Töchtern der Menschen und sich so selbst die verdiente Vergeltung der Strafe des ewigen Feuers zuzogen.“
Hegemonius
Hegemonius war ein antiker christlicher Schriftsteller, der die „Disputation von Archelaus und Manes“ verfasste. Dieses Werk, datiert auf etwa 320 n. Chr., schildert eine (fiktive?) Debatte zwischen dem Bischof oder Aufseher Archelaus von Kaskar, Mesopotamien, und Mani, dem Führer der Sekte der Manichäer, um dessen Lehren zu widerlegen. Das Traktat entstand wahrscheinlich in der lateinischsprachigen Kirche Westeuropas, möglicherweise in Spanien oder Südgallien, als Reaktion auf die Ausbreitung des Manichäismus. Es gilt als eines der frühesten lateinischen antimanichäischen Schriften und diente apologetischen Zwecken in der Auseinandersetzung mit dualistischen Häresien. „Hegemonius“ bedeutet „Herrscher“ und ist vermutlich ein Pseudonym, der echte Name des Autors wäre dann unbekannt. Epiphanius von Salamis (ca. 315–403 n. Chr.) und Augustin von Hippo (ca. 354–430 n. Chr.) bezogen sich indirekt auf sein Traktat, ohne den Verfasser zu nennen. Die Disputation ist eine wertvolle Quelle zur frühen Rezeption des Manichäismus und enthält seltene Zitate aus Manis Schriften.