„[Ptolemaios] Philadelphos wählte einen solchen Mann für diese Aufgabe aus und setzte ihn über seine edelste Bibliothek – ich spreche von Aristeas, seinem vertrauten Kammerherrn, den er auch als seinen Gesandten zu Eleasar sandte, mit höchst prächtigen Geschenken, als Anerkennung für die Übersetzung der Heiligen Schriften; und diese Person schrieb auch die vollständige Geschichte der Siebzig Übersetzer.“
Quelle: The Ante-Nicene Fathers, Bd. 6, Buffalo 1886, S. 160.Brief des Theonas von Alexandria an Lucianus (Kap. 7)
Verfasst von
Theonas von Alexandria
Theonas war Aufseher oder Bischof der alexandrinischen Kirche zu Beginn des 4. Jh. n. Chr. und gilt als unmittelbarer Vorgänger des bekannteren Petrus von Alexandria († 311 n. Chr.). In den Bischofslisten erscheint er gewöhnlich mit einer Amtszeit etwa von 282 bis 300/301 n. Chr., also in einer Übergangsphase zwischen den eher ruhigen Jahren nach der decianischen Verfolgung und den beginnenden Spannungen unter Diokletian (ca. 236/245–312 n. Chr.). Über seine Person, seine Theologie und sein Wirken ist eher wenig zuverlässig überliefert, was ihn zu einer etwas schemenhaften Gestalt der altkirchlichen Geschichte macht; spätere Traditionen schreiben ihm teilweise eine Verbindung zur alexandrinischen Katechetenschule zu, doch bleiben diese Angaben spekulativ. Gerade diese Quellenarmut macht Theonas für die Forschung insofern interessant, als er für eine Epoche steht, in der Alexandria zwar weiterhin ein bedeutendes intellektuelles Zentrum des Christentums war, die kirchliche Leitung jedoch kaum noch klar in den literarischen Zeugnissen sichtbar wird. Somit markiert Theonas eine Zwischenfigur: Er verbindet die nachapostolische und durch Clemens von Alexandria (ca. 150–215 n. Chr.) und Origenes (ca. 185–255 n. Chr.) geprägte Phase mit der konfliktgeladenen Zeit der großen Verfolgungen und der späteren dogmatischen Auseinandersetzungen, ohne selbst ein klar umrissenes Profil in der Überlieferung auszubilden. Alle Beiträge von Theonas von Alexandria anzeigen