Dialog mit dem Juden Tryphon (Kap. 102,4)

„Da er es jedoch so für gut hielt, stattete er Engel und Menschen mit freiem Willen aus, damit sie gerecht handelten, und bis zu einer von ihm bestimmten Zeit sah er, daß der freie Wille für sie gut war. Und wiederum weil er es für gut erachtete, hielt er allgemeine und besondere Gerichte ab, aber den freien Willen ließ er.“

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Justin der Märtyrer

Justin (ca. 100–165 n. Chr.), geboren in Flavia Neapolis (heute Nablus, Palästina), einer der ersten großen christlichen Apologeten, hatte infolge intensiver Auseinandersetzung mit verschiedenen philosophischen Schulen (von Stoizismus bis Platonismus) zum Christentum gefunden, das er als „wahre Philosophie“ verstand. Er wirkte als christlicher Lehrer, Missionar und Schriftsteller in Kleinasien und Rom. Seine wichtigsten Werke sind seine beiden Apologien und der „Dialog mit dem Juden Tryphon“, worin er den christlichen Glauben Heiden und Juden gegenüber darlegt und verteidigt. Unter Mark Aurel (121–180 n. Chr.), Kaiser von Rom (161–180 n. Chr.), wurde Justin wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zusammen mit einigen seiner Schüler enthauptet. Seine Schriften sind bis heute eine der aufschlussreichsten Quellen zur Erforschung des frühen Christentums.