Dialog mit dem Juden Tryphon (Kap. 79,4)

„Ferner ist uns von Moses im Anfang der Genesis aufgeschrieben, daß eine Schlange die Eva betrogen habe, und daß sie verflucht worden sei. Wir wissen, daß in Ägypten Magier versuchten, die von Gott durch den treuen Diener Moses gewirkten Wunder nachzumachen. Auch ist euch bekannt, daß nach der Erklärung Davids die Götter der Heiden Dämonen sind.“

Quelle: Des heiligen Philosophen und Märtyrers Justinus Dialog mit dem Juden Tryphon, übersetzt von Dr. Philipp Häuser, in: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 33, 1917, S. 131.

Verfasst von

Justin der Märtyrer

Justin (ca. 100–165 n. Chr.), geboren in Flavia Neapolis (heute Nablus, Palästina), einer der ersten großen christlichen Apologeten, hatte infolge intensiver Auseinandersetzung mit verschiedenen philosophischen Schulen (von Stoizismus bis Platonismus) zum Christentum gefunden, das er als „wahre Philosophie“ verstand. Er wirkte als christlicher Lehrer, Missionar und Schriftsteller in Kleinasien und Rom. Seine wichtigsten Werke sind seine beiden Apologien und der „Dialog mit dem Juden Tryphon“, worin er den christlichen Glauben Heiden und Juden gegenüber darlegt und verteidigt. Unter Mark Aurel (121–180 n. Chr.), Kaiser von Rom (161–180 n. Chr.), wurde Justin wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zusammen mit einigen seiner Schüler enthauptet. Seine Schriften sind bis heute eine der aufschlussreichsten Quellen zur Erforschung des frühen Christentums.