„Gott hat nämlich bei Erschaffung der Engel und Menschen gewollt, daß sie, ausgestattet mit freiem Willen und dem Selbstbestimmungsrecht, das tun, wozu er jeden einzelnen befähigt hat; er wollte sie, wenn sie sich für Gottes Willen entscheiden, vor Vergänglichkeit und Strafe bewahren, jeden dagegen nach seinem Gutdünken bestrafen, wenn sie sündigten.“
Quelle: Des heiligen Philosophen und Märtyrers Justinus Dialog mit dem Juden Tryphon, übersetzt von Dr. Philipp Häuser, in: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 33, 1917, S. 147.Dialog mit dem Juden Tryphon (Kap. 88,5)
Verfasst von
Justin der Märtyrer
Justin (ca. 100–165 n. Chr.), geboren in Flavia Neapolis (heute Nablus, Palästina), einer der ersten großen christlichen Apologeten, hatte infolge intensiver Auseinandersetzung mit verschiedenen philosophischen Schulen (von Stoizismus bis Platonismus) zum Christentum gefunden, das er als „wahre Philosophie“ verstand. Er wirkte als christlicher Lehrer, Missionar und Schriftsteller in Kleinasien und Rom. Seine wichtigsten Werke sind seine beiden Apologien und der „Dialog mit dem Juden Tryphon“, worin er den christlichen Glauben Heiden und Juden gegenüber darlegt und verteidigt. Unter Mark Aurel (121–180 n. Chr.), Kaiser von Rom (161–180 n. Chr.), wurde Justin wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zusammen mit einigen seiner Schüler enthauptet. Seine Schriften sind bis heute eine der aufschlussreichsten Quellen zur Erforschung des frühen Christentums. Alle Beiträge von Justin der Märtyrer anzeigen