„[…] es [ist uns] nicht einmal gestattet, ein Menschenmorden anzusehen oder anzuhören; ja so sehr haben wir Scheu vor Menschenblut, daß wir nicht einmal das Blut eßbarer Tiere unter unseren Speisen kennen.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 14, Kempten/München 1913, S. 68/190.Dialog Octavius (Kap. 30,6)
Verfasst von
Minucius Felix
Minucius Felix (ca. 170–215 n. Chr.) war ein frühchristlicher lateinischer Apologet und als solcher tätig um 200 n. Chr. in Rom. Er war von Beruf Rechtsanwalt (Advocatus), vermutlich afrikanischer Herkunft, und bewegte sich in gebildeten römischen Kreisen. Sein einziges erhaltenes Werk ist der Dialog Octavius – ein in eleganter ciceronianischer Prosa verfasstes apologetisches Gespräch zwischen den Freunden Caecilius (einem Heiden) und Octavius (einem Christen), dessen Erzähler Minucius Felix selbst ist. Der Dialog Octavius entstand wahrscheinlich nach 197 n. Chr., da er das Werk „Apologetikum“ des Tertullian von Karthago (ca. 160–230 n. Chr.) voraussetzt, und vor Cyprian von Karthago (ca. 200–258 n. Chr.), der ihn wiederum benutzt. Über das Leben von Minucius Felix, seine Bekehrung oder ein mögliches kirchliches Amt, ist im Weiteren sonst nichts sicher überliefert; spätere Nachrichten sind unsicher oder legendarisch. Alle Beiträge von Minucius Felix anzeigen