1. Clemensbrief (Kap. 2,1)

„Alle waret ihr demütiger Gesinnung, fern jeder Überhebung, lieber Untergebene als Gebieter, freudiger zum Geben als zum Nehmen [Sirach 4,31]; ihr waret zufrieden mit den Gütern, die Christus für den Lebensweg euch gab und auf sie bedacht; seine Worte habt ihr gar sorgfältig eingeschlossen in euer Inneres (Herz), und seine Leiden standen euch vor Augen.“

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Clemens von Rom

Clemens (ca. 35–97 n. Chr.), auch bekannt als Clemens I., war einer der frühen Bischöfe oder Aufseher der christlichen Gemeinde von Rom. Er wird mit dem im Neuen Testament erwähnten Clemens (Philipper 4,3) assoziiert und ist besonders für seinen Brief an die Gemeinde von Korinth bekannt, den nach ihm benannten 1. Clemensbrief. Dieser ist einer der ältesten uns bekannten christlichen Texte außerhalb des neutestamentlichen Schriftguts und um 75 n. Chr. verfasst worden. Der 1. Clemensbrief ist bemerkenswert, weil er nicht wenige Einblicke in die frühchristliche Theologie und die damalige Kirchenordnung gibt. Clemens schrieb ihn u. a., um Streitigkeiten in der korinthischen Gemeinde zu schlichten, und betonte die Wichtigkeit von Einheit und Ordnung innerhalb der Kirche. Er argumentierte für die Kontinuität kirchlicher Hierarchie und die Notwendigkeit, von Aposteln eingesetzte Leiter zu respektieren. Über Clemens’ Leben selbst ist wenig bekannt. Es gibt Überlieferungen, die besagen, dass er unter Kaiser Trajan (53–117 n. Chr.) auf die Krim verbannt und dort hingerichtet worden und somit als Märtyrer für den christlichen Glauben gestorben sei, indem man ihn mit einem Anker um den Hals ins Meer geworfen habe. In der römisch-katholischen Kirche wird Clemens als Heiliger in Ehren gehalten – sein Gedenktag ist dort der 23. November, ebenso in der Anglikanischen Kirche und verschiedenen anderen, protestantischen Kirchen. Auch in den Kirchen der östlichen Orthodoxie gilt Clemens als Heiliger.