1. Clemensbrief (Kap. 44,1–3)

„Auch unsere Apostel wußten durch unseren Herrn Jesus Christus, daß Streit entstehen werde um die Bischofswürde. [2] Aus diesem Grunde setzten sie auch, da sie eine genaue Kenntnis hiervon zum voraus erhalten hatten, die oben Genannten ein und gaben ihnen dazu Auftrag, daß, wenn sie entschlafen wären, andere erprobte Männer ihren Dienst übernähmen. [3] Die also von jenen oder hernach von anderen ausgezeichneten Männern unter Zustimmung der ganzen Gemeinde eingesetzten (Bischöfe), die das Hirtenamt Christi in Demut untadelig, ruhig, uneigennützig verwaltet haben, die lange Zeit hindurch von allen ein gutes Zeugnis erhalten haben, diese von ihrem heiligen Amte abzusetzen, ist nach unserer Ansicht ein Unrecht.“

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Clemens von Rom

Clemens (ca. 35–97 n. Chr.), auch bekannt als Clemens I., war einer der frühen Bischöfe oder Aufseher der christlichen Gemeinde von Rom. Er wird mit dem im Neuen Testament erwähnten Clemens (Philipper 4,3) assoziiert und ist besonders für seinen Brief an die Gemeinde von Korinth bekannt, den nach ihm benannten 1. Clemensbrief. Dieser ist einer der ältesten uns bekannten christlichen Texte außerhalb des neutestamentlichen Schriftguts und um 75 n. Chr. verfasst worden. Der 1. Clemensbrief ist bemerkenswert, weil er nicht wenige Einblicke in die frühchristliche Theologie und die damalige Kirchenordnung gibt. Clemens schrieb ihn u. a., um Streitigkeiten in der korinthischen Gemeinde zu schlichten, und betonte die Wichtigkeit von Einheit und Ordnung innerhalb der Kirche. Er argumentierte für die Kontinuität kirchlicher Hierarchie und die Notwendigkeit, von Aposteln eingesetzte Leiter zu respektieren. Über Clemens’ Leben selbst ist wenig bekannt. Es gibt Überlieferungen, die besagen, dass er unter Kaiser Trajan (53–117 n. Chr.) auf die Krim verbannt und dort hingerichtet worden und somit als Märtyrer für den christlichen Glauben gestorben sei, indem man ihn mit einem Anker um den Hals ins Meer geworfen habe. In der römisch-katholischen Kirche wird Clemens als Heiliger in Ehren gehalten – sein Gedenktag ist dort der 23. November, ebenso in der Anglikanischen Kirche und verschiedenen anderen, protestantischen Kirchen. Auch in den Kirchen der östlichen Orthodoxie gilt Clemens als Heiliger.