„Diejenigen aber, welche sagen: Es hat eine Zeit gegeben, wo er nicht war, und er war nicht eher, als er gezeugt wurde, und er ist aus dem Nichts gemacht worden; oder welche behaupten, daß der Sohn Gottes von einer andern Hypostasis oder Wesenheit, oder geschaffen, oder veränderlich und wandelbar sey, diese verflucht die katholische Kirche.“
Brief des Eusebius von Cäsarea an seine Diöcesanen (Kap. 4)
Veröffentlicht von
Eusebius von Cäsarea
Eusebius (ca. 260–340 n. Chr.) war Aufseher oder Bischof von Cäsarea, Palästina, und gilt als einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber der Alten Kirche. In Cäsarea erhielt er seine Ausbildung, wohl unter Pamphilus (ca. 240–309 n. Chr.), dessen Bibliothek und Origenes-Tradition für sein Werk grundlegend wurden. Während der Diokletianischen Verfolgung (303 n. Chr.) erlebte er Gefangenschaft und sah Märtyrer, was seine Sicht auf Gottes Vorsehung in der Geschichte prägte. Unter Konstantin dem Großen († 337 n. Chr.) trat er als Theologe und Berater hervor, verfasste das panegyrische „Vita Constantini“ und entwarf eine theologisch gedeutete Reichsgeschichte. Berühmt ist seine „Historia ecclesiastica“ (Kirchengeschichte), welche die Entwicklung der Kirche von den Aposteln bis in seine Gegenwart darstellt und zahlreiche ältere Quellen bewahrt. In den trinitarischen Auseinandersetzungen stand er an einer vermittelnden, später als „subordinationistisch“ kritisierten Position und unterschrieb dennoch das Nicänum, wobei er es im eigenen Sinn interpretierte. Sein umfangreiches literarisches Werk (apologetische, exegetische und dogmatische Schriften) macht ihn zu einem Schlüsselzeugen für Theologie, Frömmigkeit und Kirchenpolitik der konstantinischen Wende. Alle Beiträge von Eusebius von Cäsarea anzeigen