Gegen die Häresien II 33,5

„Wenn daher die Zahl, die er selbst bei sich vorherbestimmt hat, voll geworden ist, dann werden alle, die [im Buche des Lebens] eingetragen sind, zum Leben auferstehen […], damit durch die Vollendung der von Gott vorherbestimmten […] Zahl der Menschen die Anordnung des Vaters erfüllt werde.“

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 3, Kempten/München 1912, S. 202.

Verfasst von

Irenäus von Lyon

Irenäus (ca. 130–200 n. Chr.), später herausragender christlicher Schriftsteller, war vermutlich in Smyrna (heute Izmir, Türkei) geboren worden, wurde Schüler von Polykarp und ist als Missionar nach Lyon, Gallien, gelangt. Nach dem Tod des Aufsehers Pothinus wurde er 178 n. Chr. zum Aufseher der christlichen Gemeinde von Lyon. In einer Zeit intensiver Christenverfolgung festigte er die Gemeinde und engagierte sich gegen gnostische Irrlehren. Sein Hauptwerk „Gegen die Häresien“ gilt als erste systematische Widerlegung des Gnostizismus und grundlegende Zusammenfassung apostolischen Glaubens. Irenäus betont darin die Einheit der weltweiten Gemeinde, die Bedeutung der heiligen Schriften und hebt die „Regel des Glaubens“ (einheitliche Überlieferung in christlichen Gemeinden) als Maßstab dafür hervor, was als wahrheitsgemäß einzuordnen ist – im Unterschied zu diversen sich gegenseitig widersprechenden gnostischen Philosophien.