„So erinnern sich auch die Presbyter, die Johannes, den Schüler des Herrn, gesehen haben, von ihm gehört zu haben, wie der Herr von jenen Zeiten lehrte und sprach: ‚Es werden Tage kommen, wo Weinstöcke wachsen werden, jeder mit 10 000 Reben, und an einer Rebe 10 000 Zweige, und an einem Zweige 10 000 Schosse und an jedem Schoß 10 000 Trauben und an jeder Traube 10 000 Beeren, und jede Beere wird ausgepreßt 1000 Liter Wein geben. […] Ähnlich werde auch ein Weizenkorn 10 000 Ähren hervorbringen und jede Ähre 10 000 Körner haben und jedes Korn 10 Pfund weißes, reines Mehl geben […]; und alle Tiere würden sich mit den Speisen nähren, die ihnen die Erde bietet, und friedlich und zutraulich untereinander, gegen den Menschen aber ganz unterwürfig sein.‘“
Gegen die Häresien V 33,3
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Irenäus von Lyon
Irenäus (ca. 130–200 n. Chr.), später herausragender christlicher Schriftsteller, war vermutlich in Smyrna (heute Izmir, Türkei) geboren worden, wurde Schüler von Polykarp und ist als Missionar nach Lyon, Gallien, gelangt. Nach dem Tod des Aufsehers Pothinus wurde er 178 n. Chr. zum Aufseher der christlichen Gemeinde von Lyon. In einer Zeit intensiver Christenverfolgung festigte er die Gemeinde und engagierte sich gegen gnostische Irrlehren. Sein Hauptwerk „Gegen die Häresien“ gilt als erste systematische Widerlegung des Gnostizismus und grundlegende Zusammenfassung apostolischen Glaubens. Irenäus betont darin die Einheit der weltweiten Gemeinde, die Bedeutung der heiligen Schriften und hebt die „Regel des Glaubens“ (einheitliche Überlieferung in christlichen Gemeinden) als Maßstab dafür hervor, was als wahrheitsgemäß einzuordnen ist – im Unterschied zu diversen sich gegenseitig widersprechenden gnostischen Philosophien. Alle Beiträge von Irenäus von Lyon anzeigen