„[…] wir [müssen] alles ordnungsgemäß tun, was der Herr an bestimmten Zeiten zu erfüllen angeordnet hat. [2] Er wollte, daß Opfer und Gottesdienst gehalten werde, aber nicht aufs Geratewohl und ohne Ordnung solle es geschehen, sondern zu festgesetzten Zeiten und Stunden. […] [4] Die nun ihre Opfer darbringen zur vorgeschriebenen Zeit, sind wohlgefällig und selig; denn wenn sie den Gesetzen des Herrn nachkommen, sündigen sie nicht.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 35, München 1918, S. 52.Anbetung
Anbetung im biblischen Sinne ist die angemessene Antwort des Menschen auf Gottes Offenbarung, Herrschaft und Heiligkeit. Sie umfasst innere Hingabe und äußerliches Handeln und steht mit Ehrfurcht vor Gottes Majestät und Unterwerfung unter ihn in Verbindung. Anbetung meint dabei nicht lediglich Respekt, sondern die Anerkennung, dass Jahwe allein wahrer Gott ist und alle Loyalität, Liebe und Furcht ihm gebühren.
Biblische Anbetung schließt Liebe, Vertrauen, Gehorsam und Dankbarkeit Gott gegenüber ein und drückt sich zugleich in Gebet, Lobgesang und Opferbereitschaft aus. Wo etwa äußere Kultakte „ohne Herz“ geschehen, lehnen die Propheten diese als falsche oder heuchlerische Form von Anbetung ab.
Zentral ist Gottes Anspruch auf exklusive Anbetung – „keine anderen Götter haben“ (Exodus 20,3; Deuteronomium 5,7) meint, dass jede Form von Götzendienst (sei es gegenüber Bildern, Mächten oder Ideologien) als Verfälschung wahrer Anbetung gilt (2. Könige 17,35). Anbetung im biblischen Kontext ist daher immer auch ein Akt des Bundesgehorsams und der Abgrenzung von fremden und somit falschen Göttern.
Im Neuen Testament wird die Anbetung Gottes, des Vaters, „in Geist und Wahrheit“ (Johannes 4,23–24) verstanden, also vom Heiligen Geist gewirkt und an Gottes in Christus offenbarter Wahrheit (Kap. 14,6) ausgerichtet. Zugleich wird Jesus Christus selbst angebetet (Offenbarung 5,8–14), was seine göttliche Würde voraussetzt und die Anbetung der neutestamentlichen Gemeinde trinitarisch prägt.
Anbetung ist nicht auf den konkreten wöchentlichen Gottesdienst begrenzt, sondern umfasst ein Leben, das Gott als Herrn anerkennt und ihm „Leib und Leben“ zur Verfügung stellt. Sie ist damit eine umfassende Lebenshaltung der Hingabe, in der Denken, Reden, Handeln und gemeinschaftliche Praxis vor Gott als Akt an ihn gerichteter Verehrung verstanden werden.
Teppiche VII 7,49
„[…] Opfer [bestehen] in Gebeten und Lobpreisungen und dem Lesen der Heiligen Schrift vor der Mahlzeit, in Psalmen und Gesängen während der Mahlzeit und vor dem Schlafengehen, aber auch nachts wieder in Gebeten.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Bd. 20, München 1938, S. 55.