Brief an Diognet (Kap. 9,1–6)

„[…] die gegenwärtige (Zeit) der Gerechtigkeit führte er herauf, damit wir, […] durch unsere eigenen Werke des Lebens unwürdig zu sein überführt, jetzt durch die Güte Gottes (des Lebens) für würdig erachtet würden, und damit, nachdem wir kundgetan hatten, von uns aus unfähig zu sein, in das Reich Gottes einzugehen, durch die Macht Gottes dazu befähigt würden. [2] Als aber […] der Zeitpunkt [kam], den Gott zuvor bestimmt hatte, um fortan kundzutun seine Güte und Macht […], [gab] er selbst […] seinen eigenen Sohn her als Lösegeld für uns, den Heiligen für Frevler, den Guten für die Bösen, den Gerechten für die Ungerechten, den Unvergänglichen für die Vergänglichen, den Unsterblichen für die Sterblichen. [3] Denn was sonst vermochte unsere Sünden zu bedecken, als seine Gerechtigkeit? [4] In wem konnten wir Frevler und Gottlose gerechtfertigt werden als allein in dem Sohn Gottes? [5] O welch süßer Tausch […]: auf daß die Ungerechtigkeit vieler in einem einzigen Gerechten verborgen würde, die Gerechtigkeit eines einzigen aber viele Ungerechte rechtfertige! [6] Er hat also […] die Unfähigkeit unserer Natur, das Leben zu erlangen, bewiesen und jetzt gezeigt, daß der Retter mächtig ist, auch das Ohnmächtige zu retten […]“

Quelle: Die Apostolischen Väter. Griechisch-deutsche Parallelausgabe, übersetzt und herausgegeben von Andreas Lindemann und Henning Paulsen, Tübingen 1992, S. 317, 319.