„Wenn also jemand dem Evangelium nicht folgen will, so steht es ihm frei, aber es nützt ihm nicht. Der Mensch kann sich für den Ungehorsam gegen Gott entscheiden und für den Verlust des Guten, zieht sich aber dadurch einen gewaltigen Nachteil und Schaden zu. […] Weil jedoch der Mensch von Anfang an einen freien Willen hat, wie Gott einen freien Willen hat, nach dessen Ebenbild er erschaffen worden ist, so gibt er ihm immer den Rat, das Gute festzuhalten, welches im Gehorsam gegen Gott vollendet wird.“
Gegen die Häresien IV 37,4
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Irenäus von Lyon
Irenäus (ca. 130–200 n. Chr.), später herausragender christlicher Schriftsteller, war vermutlich in Smyrna (heute Izmir, Türkei) geboren worden, wurde Schüler von Polykarp und ist als Missionar nach Lyon, Gallien, gelangt. Nach dem Tod des Aufsehers Pothinus wurde er 178 n. Chr. zum Aufseher der christlichen Gemeinde von Lyon. In einer Zeit intensiver Christenverfolgung festigte er die Gemeinde und engagierte sich gegen gnostische Irrlehren. Sein Hauptwerk „Gegen die Häresien“ gilt als erste systematische Widerlegung des Gnostizismus und grundlegende Zusammenfassung apostolischen Glaubens. Irenäus betont darin die Einheit der weltweiten Gemeinde, die Bedeutung der heiligen Schriften und hebt die „Regel des Glaubens“ (einheitliche Überlieferung in christlichen Gemeinden) als Maßstab dafür hervor, was als wahrheitsgemäß einzuordnen ist – im Unterschied zu diversen sich gegenseitig widersprechenden gnostischen Philosophien. Alle Beiträge von Irenäus von Lyon anzeigen