Ignatius an die Epheser (Kap. 19,3)

„Infolgedessen löste jegliche Zauberei sich auf, und jede Fessel der Bosheit ward vernichtet; die Unwissenheit ward weggenommen, das alte Reich ward zerstört, da Gott in Menschengestalt sich offenbarte zur Neuschaffung ewigen Lebens; da nahm seinen Anfang, was bei Gott zubereitet war. Deshalb kam alles in Bewegung, weil die Vernichtung des Todes betrieben wurde.“

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Ignatius von Antiochia

Ignatius (ca. 35–117 n. Chr.) war ein herausragender frühchristlicher Bischof oder Aufseher und Märtyrer. Als Schüler des Apostels Johannes zählt er zu den Apostolischen Vätern. Ignatius ist für die sieben Briefe bekannt, die er auf dem Weg zu seiner Hinrichtung in Rom schrieb. An verschiedene Gemeinden und Einzelpersonen adressiert, behandeln sie wichtige Themen der Lehre und des Gemeindelebens. Kernpunkte sind u. a. Einheit (deren Bedeutung unter Christen Ignatius betont, auch die Rolle des Aufsehers als Hüter der Einheit), Eucharistie (auf die, als zentralem Sakrament christlichen Lebens, Ignatius besonderen Wert legt und deren Bedeutung für die Gemeinschaft er hervorhebt) und Märtyrertum (das Ignatius als höchste Form ansieht, Christus zu folgen, und als effektives Mittel, den Glauben zu bezeugen). Während der Regierungszeit des römischen Kaisers Trajan (also zwischen den Jahren 98 und 117 n. Chr.) wurde Ignatius verhaftet und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg nach Rom, wo er den Märtyrertod durch wilde Tiere im Circus Maximus sterben sollte, schrieb er besagte Briefe, die uns wertvolle Einblicke in Theologie, Gemeindeleben und Herausforderungen der frühen Kirche geben. In der christlichen Tradition wird Ignatius sehr geschätzt, insbesondere in der römisch-katholischen Kirche, den Kirchen der östlichen Orthodoxie und der Anglikanischen Kirche. Sein Festtag wird in der Westkirche am 17. Oktober und in der Ostkirche am 20. Dezember gefeiert. Ignatius’ Hingabe und sein Märtyrertod sind bis heute ein inspirierendes Beispiel für Christen.