Rede an die Bekenner des Griechentums (Kap. 14,1)

„Etwas Ähnliches seid auch ihr Bekenner des Griechentums: in Worten großmäulig, aber im Erkennen schwachsinnig, habt ihr sogar die Vielherrschaft statt der Alleinherrschaft ins Werk gesetzt, um den vermeintlich mächtigen Dämonen zu folgen.“

Quelle: Tatians des Assyrers Rede an die Bekenner des Griechentums, übersetzt von Dr. R. C. Kukula, in: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, 1913, S. 42/216.

Brief an Diognet (Kap. 8)

„Denn welcher Mensch wußte überhaupt, was Gott ist, ehe er selbst erschien? Oder willst du die gehaltlosen und läppischen Erklärungen jener ‚unfehlbaren‘ Philosophen annehmen, von denen die einen sagen, Gott sei Feuer – wohin sie selbst wandern werden, das nennen sie Gott –, die andern, er sei Wasser oder ein anderes der von Gott geschaffenen Elemente? Freilich könnte, wenn eine von diesen Behauptungen annehmbar wäre, auch ein jedes der übrigen Geschöpfe in gleicher Weise für Gott erklärt werden. Aber das ist Blendwerk und Trug von Gauklern. Von den Menschen hat keiner Gott gesehen oder erkannt, er selbst hat sich kundgetan.“

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, Kempten/München 1913, S. 12/168.