Ueber das Leben Mosis II 5–7

„Ptolemäus mit dem Beinamen Philadelphus war der dritte Herrscher seit Alexander, dem Eroberer Aegyptens […] Dieser König also bekam Interesse und Verlangen nach unserer Gesetzgebung und beschloss den chaldäischen Text in die hellenische Sprache zu übertragen. Sofort schickte er Gesandte an den Hohenpriester und König des jüdischen Landes […], teilte ihm seine Absicht mit und forderte ihn auf, die tüchtigsten Männer auszuwählen, die das Gesetz übersetzen könnten. Dieser […] sucht die angesehensten seiner Hebräer aus […] und sendet sie mit Vergnügen dahin. […] Sie nehmen die heiligen Bücher und erheben zugleich mit ihnen die Hände zum Himmel empor und bitten Gott, dass sie in ihrem Vorhaben nicht fehlgehen mögen. Und Gott erhört ihre Gebete, damit […] die gesamte Menschheit davon Nutzen habe […]. In Abgeschiedenheit […] verdolmetschten sie wie unter göttlicher Eingebung […] alle in den gleichen Ausdrücken für Begriffe und Handlungen, als ob jedem von ihnen unsichtbar ein Lehrer diktierte.“

Quelle: Philon von Alexandria, Ueber das Leben Mosis, übersetzt von Benno Badt, Breslau 1909, S. 305–306.

Erste Apologie (Kap. 31)

„Als aber der ägyptische König Ptolemäus eine Bibliothek einrichtete und die Schriftwerke aus aller Welt zusammenzubringen suchte, erfuhr er auch von diesen Prophezeiungen und wandte sich an den damaligen Judenkönig […], ihm die prophetischen Bücher zu übersenden […], geschrieben in der obengenannten hebräischen Sprache. Weil aber ihr Inhalt den Ägyptern nicht verständlich war, ließ er ihn durch eine neue Gesandtschaft ersuchen, ihm Männer zu senden, die sie ins Griechische übertragen sollten. Das geschah, und nun blieben die Bücher auch bei den Ägyptern bis auf den heutigen Tag; außerdem befinden sie sich allerorten bei allen Juden […]“

Quelle: Die beiden Apologien Justins des Märtyrers, übersetzt von Dr. Gerhard Rauschen, in: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, 1913, S. 42–43/96–97.

Mahnrede an die Griechen (Kap. 13)

„Ptolemäus, der König von Ägypten, hatte die Bibliothek zu Alexandrien erbaut und füllte sie, indem er Bücher aus allen Teilen zusammentrug. Danach erfuhr er, dass die sehr alten Geschichtswerke, die in Hebräisch abgefasst waren, sorgfältig verwahrt würden. Da er ihren Inhalt kennenlernen wollte, ließ er siebzig weise Männer aus Jerusalem rufen, die sowohl die griechische als auch die hebräische Sprache kannten. Er befahl ihnen, die Bücher zu übersetzen. Damit sie, frei von jeglicher Störung, das Übersetzungswerk umso rascher vollenden könnten, ließ er ebenso viele Hütten errichten, wie es Übersetzer gab – nicht in der Stadt selbst, sondern sieben Stadien entfernt. […] Den mit der Aufsicht betrauten Beamten befahl er […], jeglichen Umgang [der Übersetzer] miteinander zu verhindern. Dies geschah, damit die Zuverlässigkeit der Übersetzung durch ihren Gleichklang geprüft werden könne. Als Ptolemäus entdeckte, dass die siebzig Männer nicht nur denselben Sinn, sondern sogar dieselben Worte wiedergegeben hatten, […] hielt er die Übersetzung für ein Werk göttlicher Macht. […] Ihr Männer von Griechenland, das ist kein Märchen. Noch habe ich euch etwas Erdachtes erzählt. Vielmehr bin ich selbst in Alexandrien gewesen und habe die Überreste jener kleinen Hütten am Pharos gesehen, die noch immer bewahrt werden. Und ich habe dies von den Einwohnern gehört, die es als Teil der Überlieferung ihres Landes erhielten. Ich habe euch berichtet, was ihr auch von anderen erfahren könnt – besonders von jenen weisen und hochgeachteten Männern, die davon geschrieben haben: Philo und Josephus.“

Quelle: The Ante-Nicene Fathers, Bd. 1, 1885, S. 278–279.

Gegen die Häresien III 21,2

„Bevor nämlich die Römer sich ihres Reiches bemächtigten, […] da bat Ptolomäus […] die Jerusalemitaner, ihre Schriften ins Griechische zu übersetzen, weil er seine in Alexandria angelegte Bibliothek mit den vorzüglichsten Schriftwerken aller Länder auszustatten wünschte. Jene nun […] schickten siebzig Älteste, die in den Schriften besonders bewandert waren und beide Sprachen beherrschten, […] damit sie seinem Wunsche willfahrten. Um aber sicher zu gehen, und weil er fürchtete, daß sie vielleicht auf Verabredung die Wahrheiten der Schrift in ihrer Übersetzung verbergen möchten, sonderte er sie voneinander ab und ließ alle dieselbe Schrift übersetzen, und so machte er es mit allen Büchern. Als diese nun vor Ptolomäus zusammen kamen und ihre Übersetzungen verglichen, da sagten alle zum Ruhme Gottes und zur Beglaubigung des göttlichen Charakters der Schriften dasselbe mit denselben Worten und denselben Ausdrücken von Anfang bis zu Ende […]“

Quelle: Des heiligen Irenäus fünf Bücher gegen die Häresien, übersetzt von Prof. Dr. E. Klebba, in: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 3, 1912, S. 300.

Gegen die Häresien III 21,3

„Denn die Apostel, die doch älter sind als jene [Häretiker], stimmen mit der genannten Übersetzung überein, und die Übersetzung mit der Tradition der Apostel. Denn Petrus und Johannes und Matthäus und die übrigen alle samt ihren Schülern verkünden alle Worte der Propheten so, wie es in der Übersetzung der [siebzig] Ältesten enthalten ist.“

Quelle: Des heiligen Irenäus fünf Bücher gegen die Häresien, übersetzt von Prof. Dr. E. Klebba, in: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 3, 1912, S. 301.

Teppiche I 7,38,3

„Denn deshalb wurde die Heilige Schrift in die Sprache der Griechen übersetzt, daß sie nie einen Vorwand für ihre Unwissenheit vorschützen könnten, da sie in der Lage waren, auch unsere Lehren zu hören, wenn sie nur wollten.“

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Bd. 17, München 1936, S. 41.

Origenes an Africanus

„Lasst uns nun sehen, ob wir in diesen Fällen nicht zu dem Schluss gezwungen sind, dass, während der Heiland einen wahren Bericht über [gewisse Ereignisse] gibt, doch keine der Schriften gefunden werden kann, die beweisen könnten, wovon Er spricht. […] ‚Wenn wir in den Tagen unserer Väter gewesen wären, hätten wir nicht mit ihnen Anteil gehabt am Blut der Propheten.‘ [Matthäus 23,30.] Am Blut welcher Propheten, kann mir das jemand sagen? Denn wo finden wir etwas Derartiges geschrieben über Jesaja, Jeremia, Daniel oder irgendeinen der Zwölf [kleineren Propheten]? Was ist mit Zacharia, dem Sohn Barachias, der zwischen dem Tempel und dem Altar erschlagen wurde? Das erfahren wir nur von Jesus und wissen es sonst aus keiner Schrift. Dementsprechend halte ich keine andere Annahme für möglich, als dass jene, die den Ruf der Weisheit hatten, zusammen mit den Fürsten und Ältesten, jedes Schriftstück aus der Mitte des Volkes entfernten, das geeignet gewesen wäre, die Ältesten in Misskredit beim Volk zu bringen. Wir sollten uns also nicht wundern, dass diese Geschichte vom bösen Plan der zügellosen Ältesten gegen Susanna [Daniel 13] wahr ist. Doch sie wurde aus den Schriften entfernt von Männern, die selbst nicht sehr weit entfernt waren vom Rat solcher Ältesten.“

Quelle: The Ante-Nicene Fathers, Bd. 4, 1885, S. 389.

Brief des Theonas von Alexandria an Lucianus (Kap. 7)

„[Ptolemaios] Philadelphos wählte einen solchen Mann für diese Aufgabe aus und setzte ihn über seine edelste Bibliothek – ich spreche von Aristeas, seinem vertrauten Kammerherrn, den er auch als seinen Gesandten zu Eleasar sandte, mit höchst prächtigen Geschenken, als Anerkennung für die Übersetzung der Heiligen Schriften; und diese Person schrieb auch die vollständige Geschichte der Siebzig Übersetzer.“

Quelle: The Ante-Nicene Fathers, Bd. 6, Buffalo 1886, S. 160.