„Und in allen seinen vorherigen Anordnungen hat Gott entsprechend seiner Voraussicht einer jeden (künftigen) Tat des freien Willens für eine jede Regung desselben das nach Verdienst vorher bestimmt, was ihr auch seitens der Vorsehung zuteil werden, ferner aber auch nach dem Zusammenhang der künftigen Dinge begegnen wird, wobei für alle künftigen und durch den freien Willen entsprechend unserm Antrieb künftig bewirkten Dinge nicht das Vorauswissen Gottes Ursache ist.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 48, München 1926, S. 28.Vom Gebet (Teil 1, Kap. 6, Abschnitt 3)
Verfasst von
Origenes
Origenes (ca. 185–255 n. Chr.), Sohn einer wohlhabenden Familie und herausragender christlicher Schriftsteller des ausgehenden 2. und beginnenden 3. Jh., widmete sein Leben der christlichen Philosophie und Theologie. Er leitete eine philosophisch-theologische Schule in Alexandrien und später in Caesarea, wo er eine bedeutende Bibliothek und ein Skriptorium aufbaute. Origenes verfasste umfangreiche Bibelkommentare und die erste christliche Dogmatik („De principiis“). Einige seiner Lehren, darunter die Präexistenz menschlicher Seelen und die Apokatastasis („Allversöhnung“), waren prägend und umstritten zugleich. In Caesarea starb er vermutlich an den Folgen von Folter in den Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Decius (ca. 190–251 n. Chr.). Origenes beeinflusste die spätere Kirche und Auslegungen biblischer Texte über Jahrhunderte hinweg in nicht geringem Maße. Alle Beiträge von Origenes anzeigen