Ignatius an die Trallianer (Kap. 9,1–2)

„Verstopfet daher eure Ohren, sobald euch einer Lehren bringt ohne Jesus Christus, der aus dem Geschlechte Davids, der aus Maria stammt, der wahrhaft geboren wurde, aß und trank, wahrhaft verfolgt wurde unter Pontius Pilatus, wahrhaft gekreuzigt wurde und starb vor den Augen derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, [2] der auch wahrhaft auferweckt wurde von den Toten, da ihn sein Vater auferweckte; denn nach diesem Vorbild wird uns, die wir ihm glauben, sein Vater auch so auferwecken in Christus Jesus, ohne den wir das wahre Leben nicht haben.“

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Ignatius von Antiochia

Ignatius (ca. 35–117 n. Chr.) war ein herausragender frühchristlicher Bischof oder Aufseher und Märtyrer. Als Schüler des Apostels Johannes zählt er zu den Apostolischen Vätern. Ignatius ist für die sieben Briefe bekannt, die er auf dem Weg zu seiner Hinrichtung in Rom schrieb. An verschiedene Gemeinden und Einzelpersonen adressiert, behandeln sie wichtige Themen der Lehre und des Gemeindelebens. Kernpunkte sind u. a. Einheit (deren Bedeutung unter Christen Ignatius betont, auch die Rolle des Aufsehers als Hüter der Einheit), Eucharistie (auf die, als zentralem Sakrament christlichen Lebens, Ignatius besonderen Wert legt und deren Bedeutung für die Gemeinschaft er hervorhebt) und Märtyrertum (das Ignatius als höchste Form ansieht, Christus zu folgen, und als effektives Mittel, den Glauben zu bezeugen). Während der Regierungszeit des römischen Kaisers Trajan (also zwischen den Jahren 98 und 117 n. Chr.) wurde Ignatius verhaftet und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg nach Rom, wo er den Märtyrertod durch wilde Tiere im Circus Maximus sterben sollte, schrieb er besagte Briefe, die uns wertvolle Einblicke in Theologie, Gemeindeleben und Herausforderungen der frühen Kirche geben. In der christlichen Tradition wird Ignatius sehr geschätzt, insbesondere in der römisch-katholischen Kirche, den Kirchen der östlichen Orthodoxie und der Anglikanischen Kirche. Sein Festtag wird in der Westkirche am 17. Oktober und in der Ostkirche am 20. Dezember gefeiert. Ignatius’ Hingabe und sein Märtyrertod sind bis heute ein inspirierendes Beispiel für Christen.