„Euer Zustand liegt in der Ungewißheit, das Heil eurer Seelen sage ich; und wenn ihr euch nicht der Erkenntniß des obersten Gottes zuwendet, so erwartet euch von den körperlichen Banden befreit ein grauser Tod, der nicht die plötzliche Auslöschung herbeiführt, sondern während einem Zeitraum mittelst der Herbe peinlicher Strafe aufzehrt.“
Arnobius der Ältere
Arnobius (ca. 240–330 n. Chr.) war ein christlicher Apologet und ein lateinischer Schriftsteller des frühen 4. Jh. Ursprünglich Rhetoriklehrer in Sicca Veneria, Nordafrika, konvertierte er später zum Christentum – offenbar nach heftigen religiösen Auseinandersetzungen. Sein Hauptwerk, die sieben Bücher „Wider die Heiden“, entstand um 305 n. Chr. als Verteidigung des Christentums gegen pagane Vorwürfe und als Rechtfertigung seiner eigenen Taufe. Arnobius argumentierte gegen traditionelle Kulte Roms, verteidigte den christlichen Monotheismus und wies eine umfassende Kenntnis antiker Philosophie auf. Er gilt als einer der frühesten lateinischen Apologeten Nordafrikas und als Zeuge des Konflikts zwischen Christentum und römischem Heidentum am Vorabend der Konstantinischen Wende.
Wider die Heiden I 31
„[…] denn wir hören daß Viele, die sich dem Studium der Philosophie hingegeben, theils verleugnen, irgend eine göttliche Kraft existire, theils, ob eine sey, täglich fragen; daß Andere das Weltall durch Zufall und ungefähres Zusammentreffen entstehen und durch die Verschiedenheit der Umwälzung sich bilden lassen.“
Wider die Heiden II 14
„Und damit was unbekannt ist, offen sey, dieß ist des Menschen wahrer Tod, der nichts mehr zurückläßt: denn jener, den man vor Augen sieht, ist die Trennung der Seele vom Körper, nicht das äußerste Ende der Vertilgung. Das, sage ich, ist des Menschen wahrer Tod […]“