Wider die Heiden I 31

abgefasst um 305 n. Chr. von Arnobius der Ältere

„Aber vielleicht wagt es jemand – denn nur dies bleibt dem rasenden Wahnsinn noch zu tun –, ungewiss zu sein und Zweifel daran zu äußern, ob jener Gott existiert oder nicht; ob der Glaube an Ihn auf der erwiesenen Wahrheit zuverlässiger Belege beruht oder auf den Einbildungen eines leeren Gerüchts. Denn von denen, die sich dem Philosophieren hingegeben haben, haben wir gehört, dass einige die Existenz jeder göttlichen Macht leugnen, andere täglich untersuchen, ob es eine solche gibt oder nicht; und wieder andere den gesamten Bau des Weltalls durch zufällige Ereignisse und regelloses Aufeinanderprallen entstehen lassen und ihn aus dem Zusammentreffen verschieden geformter Atome bilden; mit diesen beabsichtigen wir keineswegs, uns jetzt auf eine Erörterung derart verkehrter Überzeugungen einzulassen. Denn die, welche vernünftig denken, sagen, dass es ein Zeichen noch größerer Torheit ist, gegen offenkundig törichte Dinge zu argumentieren.“