Bittschrift für die Christen (Kap. 12)

„Wir hingegen, […] die wir uns einzig von der Erkenntnis des wahren Gottes und seines Wortes leiten lassen (nämlich von der Erkenntnis, welches die Einheit des Sohnes mit dem Vater, welches die Gemeinschaft des Vaters mit dem Sohne ist, was der Geist ist, was die Einigung solcher Größen und der Unterschied der Geeinigten ist, nämlich des Geistes, des Sohnes und des Vaters), […] wissen, daß das künftige Leben noch viel besser ist, als es sich mit Worten ausdrücken läßt“.

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, Kempten/München 1913, S. 30/288.

Verfasst von

Athenagoras von Athen

Athenagoras (ca. 133–190 n. Chr.), ursprünglich ein gebildeter Heide, konvertierte vermutlich in Athen zum Christentum und wirkte fortan als ein Verteidiger des christlichen Glaubens gegenüber heidnischen Vorwürfen. Sein um 175 n. Chr. verfasstes Hauptwerk „Bittschrift für die Christen“ richtete er an Kaiser Mark Aurel (121–180 n. Chr.) und dessen Sohn Commodus (161–192 n. Chr.). Darin versuchte Athenagoras, die Vernunftmäßigkeit sowie die moralische Integrität des Christentums aufzuzeigen. Daneben verfasste er „Über die Auferstehung der Toten“, eine der frühesten umfassenden Verteidigungen der jüdisch-christlichen Lehre über die leibliche Auferstehung. Athenagoras verband philosophisches Denken mit christlicher Theologie, argumentierte gegen den Polytheismus und zeigte etliche Vorzüge einer christlichen Ethik auf. Über sein persönliches Leben ist jedoch nur wenig bekannt.