Bittschrift für die Christen (Kap. 12)

abgefasst um 175 n. Chr. von Athenagoras von Athen

„Wir hingegen, […] die wir uns einzig von der Erkenntnis des wahren Gottes und seines Wortes leiten lassen (nämlich von der Erkenntnis, welches die Einheit des Sohnes mit dem Vater, welches die Gemeinschaft des Vaters mit dem Sohne ist, was der Geist ist, was die Einigung solcher Größen und der Unterschied der Geeinigten ist, nämlich des Geistes, des Sohnes und des Vaters), […] wissen, daß das künftige Leben noch viel besser ist, als es sich mit Worten ausdrücken läßt“.

Bittschrift für die Christen (Kap. 24)

abgefasst um 175 n. Chr. von Athenagoras von Athen

„Denn nach unserer Lehre existiert ein Gott und ein Sohn, sein Wort, und ein Heiliger Geist, die hinsichtlich der Macht ein einziges Wesen sind, der Vater, der Sohn, der Geist; denn der Sohn ist des Vaters Verstand, Wort, Weisheit und der Geist ist Ausfluß wie Licht von Feuer“.

Bittschrift für die Christen (Kap. 10)

abgefasst um 175 n. Chr. von Athenagoras von Athen

„Wer sollte sich da noch auskennen, wenn er Leute, die einen Gott Vater und einen Gott Sohn und einen Heiligen Geist bekennen und nachweisen, daß dieselben mächtig sind in der Einigung und verschieden in der Ordnung, als Atheisten verschreien hört? Doch bleibt der theologische Teil unserer Lehre nicht dabei stehen, sondern wir lehren auch eine Menge von Engeln und Dienern, welche Gott, der Schöpfer und Bildner der Welt, durch sein Wort verteilt und aufgestellt hat, damit sie über die Elemente und die Himmel, über die Welt, die Dinge in der Welt und deren Ordnung wachen.“

Bittschrift für die Christen (Kap. 35)

abgefasst um 175 n. Chr. von Athenagoras von Athen

„Wir sagen, dass Frauen, die Arzneimittel anwenden, um eine Abtreibung herbeizuführen, Mord begehen. Ebenso sagen wir, dass sie sich vor Gott für die Abtreibung verantworten müssen. Mit welcher Begründung könnten wir also selbst Mord begehen? Denn es kann nicht Sache ein und derselben Person sein, bereits den Fötus im Mutterleib als ein geschaffenes Wesen und damit als Gegenstand der Fürsorge Gottes anzusehen und ihn dann, sobald er ins Leben getreten ist, zu töten. Wir lehren außerdem, dass es Unrecht ist, einen Säugling auszusetzen. Denn wer Säuglinge aussetzt, macht sich des Kindermordes schuldig.“

Bittschrift für die Christen (Kap. 10)

abgefasst um 175 n. Chr. von Athenagoras von Athen

„Denn jener eine ist unser Gott, der da ungeworden und ewig ist, unsichtbar, unwandelbar, unbegreiflich, unfaßbar, nur mit Verstand und Vernunft erkennbar […], von dem durch sein Wort das All geschaffen und geordnet ist und regiert wird. Indes kennen wir auch einen Sohn Gottes […]; der Sohn Gottes ist das Wort (Logos) des Vaters […]; denn nach ihm und durch ihn ist alles gemacht; Vater und Sohn sind eins. […] der Sohn [ist] im Vater und der Vater im Sohne […] durch die Einheit und Kraft des Geistes […]: Er ist dem Vater das Erst-Erzeugte, nicht als ob er geworden wäre; denn von jeher hatte Gott als ewiger Gedanke selbst das Wort in sich, da er nie ohne das Wort ist; sondern der Sohn ist hervorgegangen, um für alles Körperliche […] schöpferische Kraft zu sein.“