„Aber keiner darf essen oder trinken von eurer Eucharistie, außer die auf den Namen des Herrn getauft sind. Denn auch hierüber hat der Herr gesagt: ‚Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben‘ [Matthäus 7,6].“
Didache
Die Didache, auch bekannt als „Lehre der zwölf Apostel“, ist ein frühchristliches Schriftstück und eines der ältesten erhaltenen Dokumente des Christentums überhaupt. Die Bezeichnung stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Lehre“ oder „Unterweisung“. Die Didache, vermutlich um 60/65 verfasst, bietet wertvolle Einblicke in die Glaubenspraxis und Organisation der frühen christlichen Gemeinschaft. In mehrere Abschnitte unterteilt, behandelt das Werk verschiedene Aspekte des christlichen Lebens und der kirchlichen Ordnung. Die Kapitel 1–6 bieten moralische und ethische Anweisungen. Sie kontrastieren den „Weg des Lebens“ mit dem „Weg des Todes“ – der erstere besteht in den Geboten der Liebe zu Gott und dem Nächsten, während der letztere aus einer Reihe von Sünden und schlechten Verhaltensweisen besteht, die vermieden werden sollten; in den Kapiteln 7–10 werden Anweisungen zu verschiedenen liturgischen Praktiken gegeben, einschließlich der Taufe, des Fastens und des Gebets – es wird etwa betont, dass die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes durchgeführt werden solle, vorzugsweise durch das Untertauchen in fließendem Wasser. Es wird auch das „Vaterunser“ erwähnt und als dreimal täglich zu beten empfohlen. In den Kapiteln 9–10 wird die Feier der Eucharistie beschrieben, einschließlich spezifischer Gebete für das Brot und den Kelch; die Kapitel 11–15 behandeln die Aufnahme von Aposteln und Propheten, die Rollen der Bischöfe oder Aufseher und Diakone sowie verschiedene Anweisungen zur Gemeindedisziplin und Lösung von Streitigkeiten – wahre Propheten und Lehrer sollten unterstützt, falsche erkannt und abgelehnt werden; Kapitel 16 behandelt den kommenden Gerichtstag und ermutigt dazu, angesichts des herannahenden Endes vorbereitet zu sein. Die Didache ist historisch von großem Interesse und zeigt, wie christliche Gemeinschaft im 1. Jh. gelebt wurde. Obwohl nicht Teil des Kanons, hatte sie einen beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung der kirchlichen Praxis und Disziplin. Die Didache wurde von frühen Kirchenlehrern wie Clemens von Alexandria (ca. 150–215) und Origenes (ca. 185–254) zitiert und spielte eine Rolle in der Ausbildung verschiedener kirchlicher Traditionen. Sie hilft, die Urgemeinde besser zu verstehen, und bietet einzigartige Perspektiven auf einige moralische, liturgische und organisatorische Ausprägungen des frühen Christentums.
Didache 7,1–4
abgefasst um 60/65 n. Chr. von Unbekannt„[…] tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit lebendigem Wasser. [2] Wenn du aber kein lebendiges Wasser hast, taufe in anderem Wasser. Wenn du aber nicht mit kaltem Wasser (taufen) kannst, (dann) mit warmem. [3] Wenn du aber beides nicht hast, dann gieße auf den Kopf dreimal Wasser auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. [4] Vor der Taufe aber sollen der Täufer und der Täufling fasten und wenn möglich einige andere. Du befiehlst aber dem Täufling, vorher zu fasten einen oder zwei (Tage).“
Didache 4,5
abgefasst um 60/65 n. Chr. von Unbekannt„Sei nicht einer, der zum Nehmen die Hände ausstreckt, zum Geben aber einzieht [Sirach 4,31].“