Dämonen

Verschiedenen frühchristlichen Autoren zufolge war (in Anlehnung an biblische Überlieferungen) das Geschöpf, das sich selbst zu Satan, dem Teufel, gemacht hat, einst ein von Gott in eine hohe Position eingesetzter Engel. Dieser entwickelte den Wunsch, von Gott unabhängig zu sein und angebetet zu werden, und legte es darauf an, den eben erst geschaffenen Menschen in seine Rebellion gegen den Schöpfer mit hineinzuziehen. Infolgedessen wurde Satan aus der Himmelswelt und der Mensch aus dem Garten Eden verbannt.

In Noahs Tagen gaben weitere Engel ihre von Gott vorgesehene Aufgabe in den himmlischen Sphären auf, indem sie auf die Erde kamen und menschliche Gestalt annahmen. Der Grund dafür lag in ihrem Verlangen, sich den Menschen gleich fortzupflanzen. Verkörpert nahmen sie sich Frauen nach Belieben. Das war jedoch ein schwerer Verstoß gegen die Schöpfungsordnung, da es Wesen himmlischer Natur nicht gestattet war, Beziehungen mit Menschen einzugehen.

Aus den verbotenen Verbindungen gingen Nachkommen hervor, die keine gewöhnlichen Menschen waren, sondern riesenhafte, überaus starke Gestalten – „Nephilim“, d. h. Fäller, genannt. Ihre Macht und Bosheit führten dazu, dass Gewalt und Verderbtheit auf der Erde überhandnahmen. Deshalb entschied Gott, ihrem Treiben durch die Sintflut ein Ende zu setzen. Die Nephilim und die verdorbene Menschheit kamen dabei ums Leben.

Die gefallenen Engel selbst ertranken nicht, sondern entmaterialisierten sich und kehrten als Geistwesen in die unsichtbare Welt zurück. Wieder in die himmlische Herrlichkeit zu gelangen, war ausgeschlossen – ihnen blieb nichts anderes übrig, als zu Engeln Satans, des Teufels, zu werden. Der Schöpfer überantwortete sie dem „Tartarus“ – einem Zustand der Finsternis und Gefangenschaft, in welchem sie bis zu ihrem endgültigen Gericht verwahrt werden.

Seither ist es den gefallenen Engeln nicht mehr möglich, sich zu verkörpern – doch können sie weiterhin Einfluss auf Menschen nehmen, wenn diese sich etwa durch okkulte oder spiritistische Praktiken den Sphären öffnen, in denen die zu Dämonen gewordenen Engel gefangen sind. Im schlimmsten Fall führt dies zur Besessenheit, einer vollständigen Machtübernahme eines oder mehrerer Dämonen über einen Menschen.

Auch die Geister der in der Sintflut ertrunkenen Nephilim werden in der altkirchlichen, aber auch der jüdischen Literatur vereinzelt mit Dämonen assoziiert. Einige frühchristliche Ausleger waren der Auffassung, die Geister der Nephilim irrten gleichsam „zwischen“ der sichtbaren und unsichtbaren Welt umher und ergriffen gelegentlich Besitz von Menschen. Im Allgemeinen jedoch wird der Begriff auf die gefallenen Engel bezogen.

Zitate über Dämonen