„[…] wir [haben] einen Gott […], einen Christus, einen Geist der Gnade, der über uns ausgegossen ist, und […] eine Berufung […] in Christus […]“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 35, München 1918, S. 56.Dreieinigkeit
Mit dem Begriff „Dreieinigkeit“ (Trinität) wird, auf ein Wort reduziert, ausgedrückt, dass es gemäß christlicher Überzeugung drei Personen gibt, die eine gemeinsame göttliche Natur besitzen: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
Innerhalb dieser Dreieinigkeit gibt es eine Ordnungsfolge und verschiedene Beziehungen: Der Sohn und der Heilige Geist sind (weil von Gott, dem Vater, stammend) des Wesens oder der Natur des Vaters teilhaftig. Der Sohn und der Heilige Geist sind also dem Wesen oder der Natur nach ebenso Gott wie er.
Das Ausgehen des Sohnes vom Vater wird in der christlichen Theologie üblicherweise „Zeugung“ genannt, das des Heiligen Geistes hingegen „Hauchung“. Das Ausgehen des Heiligen Geistes vom Vater ist anders als das des Sohnes und der Heilige Geist steht in einer anderen Beziehung zum Vater als der Sohn – er ist nicht „Bruder“ des Sohnes und somit nicht ein weiterer „Sohn“.
Festzuhalten ist ebenfalls, dass die trinitarische Beziehung ewig ist – sie hat keinen zeitlichen Anfang. Wie das Licht von der Sonne ausgeht, solange die Sonne existiert, so leiten sich der Sohn und der Heilige Geist vom Vater her, solange dieser existiert. Da dieser ewiger Gott ist, entstammen der Sohn und der Heilige Geist dem Vater von Ewigkeit her.
Die Dreieinigkeitslehre ist grundlegender Bestandteil christlichen Glaubens. Wer die Dreieinigkeit leugnet, platziert sich außerhalb der Kirche. Bereits frühchristliche Apologeten haben in ihren Auseinandersetzungen mit antitrinitarischen Strömungen, die versucht haben, sich auf Jesus Christus zu beziehen, deutlich gemacht: Die Dreieinigkeitslehre ist nicht verhandelbar.
Erste Apologie (Kap. 6)
„Ihn und seinen Sohn, der von ihm gekommen ist […], und den prophetischen Geist verehren und beten wir an, indem wir ihn mit Vernunft und Wahrheit ehren und jedem, der ihn kennen lernen will, […] mitteilen.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, Kempten/München 1913, S. 16/70.Erste Apologie (Kap. 13)
„[…] wir [setzen] außerdem […] Jesus Christus […], den wir als den Sohn des wahrhaftigen Gottes erkannt haben, an die zweite Stelle […] und […] [ehren] den prophetischen Geist an dritter Stelle mit Fug und Recht […].“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, Kempten/München 1913, S. 23/77.Bittschrift für die Christen (Kap. 10)
„Denn jener eine ist unser Gott, der da ungeworden und ewig ist, unsichtbar, unwandelbar, unbegreiflich, unfaßbar, nur mit Verstand und Vernunft erkennbar […], von dem durch sein Wort das All geschaffen und geordnet ist und regiert wird. Indes kennen wir auch einen Sohn Gottes […]; der Sohn Gottes ist das Wort (Logos) des Vaters […]; denn nach ihm und durch ihn ist alles gemacht; Vater und Sohn sind eins. […] der Sohn [ist] im Vater und der Vater im Sohne […] durch die Einheit und Kraft des Geistes […]: Er ist dem Vater das Erst-Erzeugte, nicht als ob er geworden wäre; denn von jeher hatte Gott als ewiger Gedanke selbst das Wort in sich, da er nie ohne das Wort ist; sondern der Sohn ist hervorgegangen, um für alles Körperliche […] schöpferische Kraft zu sein.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, Kempten/München 1913, S. 26–27/284–285.Bittschrift für die Christen (Kap. 12)
„Wir hingegen, […] die wir uns einzig von der Erkenntnis des wahren Gottes und seines Wortes leiten lassen (nämlich von der Erkenntnis, welches die Einheit des Sohnes mit dem Vater, welches die Gemeinschaft des Vaters mit dem Sohne ist, was der Geist ist, was die Einigung solcher Größen und der Unterschied der Geeinigten ist, nämlich des Geistes, des Sohnes und des Vaters), […] wissen, daß das künftige Leben noch viel besser ist, als es sich mit Worten ausdrücken läßt“.
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, Kempten/München 1913, S. 30/288.Bittschrift für die Christen (Kap. 24)
„Denn nach unserer Lehre existiert ein Gott und ein Sohn, sein Wort, und ein Heiliger Geist, die hinsichtlich der Macht ein einziges Wesen sind, der Vater, der Sohn, der Geist; denn der Sohn ist des Vaters Verstand, Wort, Weisheit und der Geist ist Ausfluß wie Licht von Feuer“.
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 12, Kempten/München 1913, S. 50/308.Gegen die Häresien III 18,3
„Es salbte aber der Vater, gesalbt wurde der Sohn in dem Geiste, der die Salbung ist, gemäß dem Worte des Isaias, der da spricht: ‚Der Geist des Herrn ist über mir, deswegen hat er mich gesalbt‘ [Jesaja 61,1]. Damit weist er hin auf den Vater, der salbt, den Sohn, der gesalbt wurde und den Geist, welcher die Salbung ist.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 3, Kempten/München 1912, S. 288.Gegen die Häresien IV 20,3–4
„Und daß das Wort, d. h. der Sohn, immer bei dem Vater war, haben wir vielfach dargetan. Daß aber auch die Weisheit, d. h. der Geist, bei ihm vor aller Schöpfung war, sagt er durch Salomon: ‚Gott hat durch die Weisheit die Erde gegründet, den Himmel bereitet durch die Klugheit. Durch seinen Geist brachen die Abgründe hervor und die Wolken träufelten Tau‘ [Sprüche 3,19–20]. Und wiederum: ‚Der Herr schuf mich am Anfang seiner Wege zu seinen Werken, vor der Ewigkeit gründete er mich, im Anfang, bevor er die Erde machte […]‘ [Sprüche 8,22–25]. […] Der eine Gott […] [hat] durch sein Wort und die Weisheit alles gemacht und geordnet“.
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 3, Kempten/München 1912, S. 63/385.Gegen die Häresien III 6,1
„Beide nämlich bezeichnete der Heilige Geist als Gott, den Sohn, der gesalbt wird, und den Vater, der salbt. Und ferner: ‚Gott steht in der Versammlung der Götter, in ihrer Mitte aber richtet er die Götter‘ [Psalm 82,1]. Vom Vater und vom Sohne spricht er und von denen, welche die Kindschaft empfangen haben, und diese sind die Kirche. Das nämlich ist die Versammlung Gottes, welche Gott, d. h. der Sohn selbst, durch sich zustande gebracht hat.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 3, Kempten/München 1912, S. 219.1. Canon: Über den hl. Glauben
„Vor Allem müssen wir unsere Rede mit dem heiligen, rechten Glauben beginnen, der da ist an unsern Herrn Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes. Wir haben Dieses aufgestellt zur Bezeugung des Glaubens und bekennen freiwillig, in der Wahrheit beharrend, die Dreifaltigkeit, welche in Allem gleich an Ehre, gleich an Herrlichkeit ist und weder Anfang noch Ende hat. Das Wort ist der Sohn Gottes, der da ist der Schöpfer jeder Creatur, der sichtbaren wie der unsichtbaren.“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Serie, Bd. 28, Kempten 1874, S. 11–12.Über die Einheit der katholischen Kirche (Teil 1, Kap. 5)
„Der Herr sagt: ‚Ich und der Vater sind eins‘ [Johannes 10,30]. Und wiederum steht über den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist geschrieben: ‚Und diese drei sind eins‘ [1. Johannes 5,7].“
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Bd. 34, Kempten/München 1918, S. 138–139.