Brief des Eusebius von Cäsarea an seine Diöcesanen (Kap. 3)

abgefasst um 325 n. Chr. von Eusebius von Cäsarea

„Wir glauben an Einen Gott, den allmächtigen Vater, Erschaffer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge; und an Einen Herrn Jesum Christum, das Wort Gottes, Gott aus Gott, Licht aus dem Lichte, Leben aus dem Leben, den eingebornen Sohn, den Erstgebornen aller Kreaturen, vor allen Zeiten aus dem Vater gezeugt, durch den auch alle Dinge gemacht worden sind; der um unsers Heiles willen Fleisch geworden ist und unter den Menschen gelebt hat, welcher gelitten hat, und am dritten Tage auferstanden, und zu dem Vater hinaufgestiegen ist, und wieder kommen wird in der Herrlichkeit, um zu richten die Lebendigen und die Todten. Wir glauben auch an Einen heiligen Geist, und glauben, daß ein jeder von diesen sey und existire, der Vater wahrhaft als Vater, und der Sohn wahrhaft als Sohn, und der heilige Geist wahrhaft als heiliger Geist […]“

Brief des Eusebius von Cäsarea an seine Diöcesanen (Kap. 4)

abgefasst um 325 n. Chr. von Eusebius von Cäsarea

„Diejenigen aber, welche sagen: Es hat eine Zeit gegeben, wo er nicht war, und er war nicht eher, als er gezeugt wurde, und er ist aus dem Nichts gemacht worden; oder welche behaupten, daß der Sohn Gottes von einer andern Hypostasis oder Wesenheit, oder geschaffen, oder veränderlich und wandelbar sey, diese verflucht die katholische Kirche.“

Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien und Seleucia in Isaurien (Kap. 6)

abgefasst um 360 n. Chr. von Athanasius von Alexandria

„Ohne Grund laufen sie [scil. die Arianer] also umher und geben überall vor, sie hätten des Glaubens wegen die Haltung der Synoden verlangt. Denn die heilige Schrift genügt mehr, als alles Andere […]; denn die zu Nicäa Versammelten […] haben so trefflich darüber geschrieben, daß diejenigen, welche ihre Schriften mit unbefangenem Sinne lesen, durch dieselben an die Frömmigkeit gegen Christum, welche in den göttlichen Schriften verkündet wird, erinnert werden können.“

Über die Dreieinigkeit I 18

abgefasst um 360 n. Chr. von Hilarius von Poitiers

„Der beste Leser nämlich ist, wer die Erkenntnis der Worte mehr von den Worten her erwartet, als sie ihnen aufprägt, und mehr annimmt als beibringt, und (sich) nicht (zu der Meinung) zwingt, daß in dem Gesagten dasjenige enthalten scheine, was er vor dem Lesen als Erkenntnisziel sich vorgesetzt hat. Da wir also über Gottes Dinge sprechen wollen, so wollen wir Gott die Erkenntnis seiner selbst zugestehen und seinen Worten in ehrfürchtiger Verehrung dienen. Denn ein für sich selbst geeigneter Zeuge ist, wer nicht anders als nur durch sich erkennbar ist.“

39. Festbrief des hl. Athanasius

abgefasst um 367 n. Chr. von Athanasius von Alexandria

„Aber auch die Bücher des neuen Testamentes aufzuzählen darf man nicht unterlassen. Diese sind nämlich: Vier Evangelien, nach Matthäus, nach Markus, nach Lukas, nach Johannes. Alsdann die Geschichte der Apostel, und die sogenannten sieben katholischen Briefe der Apostel, nämlich: Einer von Iakobus, zwei von Petrus [scil. 1. + 2. Petrus], dann drei von Johannes [scil. 1., 2. + 3. Johannes], und ferner Einer von Judas. Ausser diesen sind vierzehn Briefe des Apostels Paulus vorhanden, welche in folgender Ordnung geschrieben sind: Der Erste an die Römer, dann zwei an die Korinther [scil. 1. + 2. Korinther], und hierauf an die Galater; dann an die Epheser, alsdann an die Philipper und an die Kolosser, nach diesen zwei an die Thessalonicher [scil. 1. + 2. Thessalonicher], und der an die Hebräer, hierauf zwei an den Timotheus [scil. 1. + 2. Timotheus], und Einer an Titus; zuletzt der an den Philemon; weiterhin die Offenbarung des Johannes.“

39. Festbrief des hl. Athanasius

abgefasst um 367 n. Chr. von Athanasius von Alexandria

„Der Ordnung und dem Namen nach aber sind sie im Einzelnen folgende: Erstens die Genesis, zweitens der Exodus, drittens der Leviticus, viertens Numeri, und fünftens das Deuteronomium. Auf diese folgen Iosua, der Sohn Nuns, die Richter, und nachher das Buch Ruth. Alsdann ferner die vier Bücher der Könige [scil. 1. + 2. Samuel und 1. + 2. Könige], von welchen das erste und zweite Buch als Ein Buch gezählt werden, und das dritte und vierte gleichfalls als Eines. Nach diesen werden das erste und zweite Buch Paralipomenon [scil. 1. + 2. Chronik] ebenfalls wieder als Ein Buch gezählt; hierauf das erste und zweite Buch Esdras [scil. Esra + Nehemia] gleichfalls für Eines. Nach diesen das Buch der Psalmen, und darauf die Sprüche, dann der Ekklesiastes [scil. Kohelet/Prediger] und das Hohelied. Zu diesen gehört auch Job, und alsdann die Propheten, von welchen zwölf als Ein Buch gerechnet werden; alsdann Isaias, Ieremias und mit diesem Baruch, die Klaglieder, ein Brief [scil. des Jeremia], nachher Ezechiel und Daniel. So weit gehen die Bücher des alten Testamentes.“

39. Festbrief des hl. Athanasius

abgefasst um 367 n. Chr. von Athanasius von Alexandria

„Dieses sind die Quellen des Heiles, welche den Dürstenden mit ihren Worten erfüllen; in diesen allein wird die Lehre der Frömmigkeit verkündet. Niemand darf diesen etwas beifügen, und Niemand von diesen etwas wegnehmen. In Bezug auf diese beschämte der Herr die Saducäer, mit den Worten, ‚Ihr seyd irrig daran, da ihr die Schriften nicht könnet.‘ [Mt 22,29.] Die Juden aber ermahnte er mit den Worten: ‚Forschet in den Schriften, denn sie sind es, die von mir Zeugniß geben.‘ [Joh 5,39.]“

Rede auf das heilige Osterfest (Kap. 2)

abgefasst um 385 n. Chr. von Gregor von Nyssa

„Es kam die Herrschaft des Lebens, und die Macht des Todes wurde gebrochen. Und es entstand ein anderes Geschlecht, ein anderes Leben, eine andere Gestalt des Lebens, selbst eine Umwandlung unserer Natur, ein Geschlecht, das nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Mannes noch aus dem Willen des Fleisches, sondern aus Gott geboren ist. [Johannes 1,13.] […] Diese Geburt ist durch den Glauben empfangen und wird durch die Wiedergeburt der Taufe an’s Licht gebracht.“