„[…] dann wirst du die Täuschung und Irrung der Welt verachten […], wenn du den wirklichen Tod fürchtest, der denen vorbehalten ist, die zum ewigen Feuer verurteilt werden sollen, das die ihm Überlieferten bis ans Ende peinigen wird.“
Zweite Apologie (Kap. 6 [7])
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„Aber ebensowenig glauben wir, daß die Menschen nach einem Verhängnisse handeln oder leiden, was ihnen begegnet, sondern vielmehr, daß jeder nach freier Wahl recht oder unrecht tut […]. Aber weil Gott das Geschlecht der Engel und das der Menschen ursprünglich frei erschaffen hat, werden sie mit Recht für ihre Vergehungen in ewigem Feuer gestraft werden.“
Erste Apologie (Kap. 61)
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„[…] damit wir nicht Kinder der Notwendigkeit und der Unwissenheit bleiben, sondern Kinder der freien Wahl und der Einsicht, auch der Vergebung unserer früheren Sünden teilhaftig werden, [wird] im Wasser über dem, der nach der Wiedergeburt Verlangen trägt und seine Vergehen bereut hat, der Name Gottes, des Allvaters und Herrn, ausgesprochen […]. Es heißt aber dieses Bad Erleuchtung, weil diejenigen, die das an sich erfahren, im Geiste erleuchtet werden. Aber auch im Namen Jesu Christi […] und im Namen des Heiligen Geistes […] wird der, welcher die Erleuchtung empfängt, abgewaschen.“
Dialog mit dem Juden Tryphon (Kap. 81,4)
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„Ferner hat einer, der bei uns war, Johannes hieß und zu den Aposteln Christi gehörte, in einer Offenbarung prophezeit, die, welche an unseren Christus glauben, werden in Jerusalem tausend Jahre verbringen [Offb 20,4.6], und dann werde für alle ohne Ausnahme die allgemeine und sogenannte ewige Auferstehung und das allgemeine und sogenannte ewige Gericht [Hebr 6,2] folgen.“
Rede an die Bekenner des Griechentums (Kap. 16,1.3)
abgefasst um 160 n. Chr. von Tatian der Assyrer„Aber (wohl gemerkt): die Dämonen, die mit den Menschen schalten, sind nicht die Seelen der abgeschiedenen Menschen. […] [3] Die Dämonen – nicht die Seelen der Abgeschiedenen – sind es, die in ihrer Bosheit gegen die Menschen wüten und durch mancherlei verlogene Kniffe ihre Gedanken, die ohnedies am Weltlichen haften, ablenken, damit sie sich nicht mehr zur himmlischen Wanderung erheben können.“
Brief an Diognet (Kap. 9)
abgefasst um 160 n. Chr. von Mathetes„[…] zur Vorbereitung auf die jetzige Zeit der Gerechtigkeit [ließ er uns (…), wie wir es wollten, von ungeordneten Trieben geleitet werden, von Lüsten und Begierden fortgerissen], damit wir, in der damaligen Zeit durch unsere eigenen Werke überführt, daß wir des Lebens unwürdig seien, jetzt durch die Güte Gottes würdig gemacht würden und, nachdem wir den Beweis von unserer eigenen Ohnmacht, in das Reich Gottes einzugehen, geliefert hätten, durch die Kraft Gottes dazu befähigt würden. Als aber […] der Zeitpunkt gekommen war, den Gott vorausbestimmt hatte, um fortan seine Güte und Macht zu offenbaren, […] gab [er selbst] den eigenen Sohn als Lösepreis für uns, den Heiligen für die Unheiligen, den Unschuldigen für die Sünder, den Gerechten für die Ungerechten, den Unvergänglichen für die Vergänglichen, den Unsterblichen für die Sterblichen. Denn was anders war imstande, unsere Sünden zu verdecken als seine Gerechtigkeit? In wem konnten wir Missetäter und Gottlose gerechtfertigt werden, wenn nicht allein im Sohne Gottes? Welch süßer Tausch, […] daß die Ungerechtigkeit vieler in einem Gerechten verborgen würde und die Gerechtigkeit eines einzigen viele Sünder rechtfertige! Nachdem er also […] die Ohnmacht unserer Natur, zum Leben zu gelangen, dargetan hatte, zeigte er jetzt, daß der Erlöser Macht habe, auch das Ohnmächtige zu retten […]“
Dialog mit dem Juden Tryphon (Kap. 88,5)
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„Gott hat nämlich bei Erschaffung der Engel und Menschen gewollt, daß sie, ausgestattet mit freiem Willen und dem Selbstbestimmungsrecht, das tun, wozu er jeden einzelnen befähigt hat; er wollte sie, wenn sie sich für Gottes Willen entscheiden, vor Vergänglichkeit und Strafe bewahren, jeden dagegen nach seinem Gutdünken bestrafen, wenn sie sündigten.“
Erste Apologie (Kap. 31)
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„Als aber der ägyptische König Ptolemäus eine Bibliothek einrichtete und die Schriftwerke aus aller Welt zusammenzubringen suchte, erfuhr er auch von diesen Prophezeiungen und wandte sich an den damaligen Judenkönig […], ihm die prophetischen Bücher zu übersenden […], geschrieben in der obengenannten hebräischen Sprache. Weil aber ihr Inhalt den Ägyptern nicht verständlich war, ließ er ihn durch eine neue Gesandtschaft ersuchen, ihm Männer zu senden, die sie ins Griechische übertragen sollten. Das geschah, und nun blieben die Bücher auch bei den Ägyptern bis auf den heutigen Tag; außerdem befinden sie sich allerorten bei allen Juden […]“
Fragmente des zweiten und dritten Jahrhunderts (II)
abgefasst um 160 n. Chr. von Melito von Sardes„[…] da sah die ganze Schöpfung deutlich, dass um des Menschen willen der Richter verurteilt, der Unsichtbare gesehen und der Grenzenlose begrenzt wurde, der Leidensunfähige litt, der Unsterbliche starb und der Himmlische ins Grab gelegt wurde.“
Rede an die Bekenner des Griechentums (Kap. 7,4)
abgefasst um 160 n. Chr. von Tatian der Assyrer„Da aber die Kraft des Logos die Fähigkeit an sich hat, das vorauszusehen, was in Zukunft nicht durch das Fatum, sondern durch die freie Entschließung der Wählenden geschehen werde, so sagte er den Verlauf der kommenden Ereignisse voraus […]“
Brief an Diognet (Kap. 5)
abgefasst um 160 n. Chr. von Mathetes„[Die Christen] bringen Kinder zur Welt, vernichten ihren Nachwuchs jedoch nicht.“
Dialog mit dem Juden Tryphon (Kap. 102,4)
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„Da er es jedoch so für gut hielt, stattete er Engel und Menschen mit freiem Willen aus, damit sie gerecht handelten, und bis zu einer von ihm bestimmten Zeit sah er, daß der freie Wille für sie gut war. Und wiederum weil er es für gut erachtete, hielt er allgemeine und besondere Gerichte ab, aber den freien Willen ließ er.“
Mahnrede an die Griechen (Kap. 13)
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„Ptolemäus, der König von Ägypten, hatte die Bibliothek zu Alexandrien erbaut und füllte sie, indem er Bücher aus allen Teilen zusammentrug. Danach erfuhr er, dass die sehr alten Geschichtswerke, die in Hebräisch abgefasst waren, sorgfältig verwahrt würden. Da er ihren Inhalt kennenlernen wollte, ließ er siebzig weise Männer aus Jerusalem rufen, die sowohl die griechische als auch die hebräische Sprache kannten. Er befahl ihnen, die Bücher zu übersetzen. Damit sie, frei von jeglicher Störung, das Übersetzungswerk umso rascher vollenden könnten, ließ er ebenso viele Hütten errichten, wie es Übersetzer gab – nicht in der Stadt selbst, sondern sieben Stadien entfernt. […] Den mit der Aufsicht betrauten Beamten befahl er […], jeglichen Umgang [der Übersetzer] miteinander zu verhindern. Dies geschah, damit die Zuverlässigkeit der Übersetzung durch ihren Gleichklang geprüft werden könne. Als Ptolemäus entdeckte, dass die siebzig Männer nicht nur denselben Sinn, sondern sogar dieselben Worte wiedergegeben hatten, […] hielt er die Übersetzung für ein Werk göttlicher Macht. […] Ihr Männer von Griechenland, das ist kein Märchen. Noch habe ich euch etwas Erdachtes erzählt. Vielmehr bin ich selbst in Alexandrien gewesen und habe die Überreste jener kleinen Hütten am Pharos gesehen, die noch immer bewahrt werden. Und ich habe dies von den Einwohnern gehört, die es als Teil der Überlieferung ihres Landes erhielten. Ich habe euch berichtet, was ihr auch von anderen erfahren könnt – besonders von jenen weisen und hochgeachteten Männern, die davon geschrieben haben: Philo und Josephus.“
Über das Passah (Vers 96)
abgefasst um 160 n. Chr. von Melito von Sardes„Der die Erde aufgehängt hat, wurde aufgehängt. Der die Himmel angenagelt hat, wurde angenagelt. Der die himmlische Welt befestigte, wurde [am Kreuz] befestigt. Der Herr wurde geschmäht. Gott wurde ermordet. Der König Israels wurde hingerichtet durch Israels Hand.“
Rede an die Bekenner des Griechentums (Kap. 14,2)
abgefasst um 160 n. Chr. von Tatian der Assyrer„Aber wie die Räuber in ihrer Unmenschlichkeit ihresgleichen frech zu überwältigen pflegen, so haben auch die Dämonen euere vereinsamten Seelen in den Pfuhl der Bosheit geführt und mit Lügen und Gaukeleien getäuscht.“
Dialog mit dem Juden Tryphon (Kap. 140,4)
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der MärtyrerZweite Apologie 4 [5]
abgefasst um 160 n. Chr. von Justin der Märtyrer„Als Gott das Weltall geschaffen und das, was auf Erden ist, den Menschen unterstellt, die Himmelskörper aber zum Wachstum der Früchte und zum Wechsel der Zeiten geordnet und ihnen, die er ersichtlich auch der Menschen wegen geschaffen hatte, ein göttliches Gesetz vorgezeichnet hatte, da übertrug er die Vorsorge für die Menschen und für alles, was unter dem Himmel ist, Engeln, die er über sie setzte. Die Engel aber übertraten diese Anordnung, erniedrigten sich zum Verkehr mit Weibern und zeugten Kinder, die sogenannten Dämonen.“
Rede an die Bekenner des Griechentums (Kap. 29,3–4)
abgefasst um 160 n. Chr. von Tatian der Assyrer„Und es fügte sich, daß diese Schriften mich überzeugten durch die Schlichtheit ihres Stils, durch die Anspruchslosigkeit ihrer Verfasser, durch die wohlverständliche Darstellung der Weltschöpfung, durch die Voraussicht der Zukunft, die Ungewöhnlichkeit der Vorschriften und die Zurückführung aller Dinge auf einen Herrn: [4] sie haben meine Seele über Gott belehrt und ich verstand, daß die Griechenlehre zur Verdammnis führe, die Barbarenlehre aber die Sklaverei in der Welt aufhebe, von vielen Herren und tausend Tyrannen uns befreie […]“
Bittschrift für die Christen (Kap. 24)
abgefasst um 175 n. Chr. von Athenagoras von Athen„Denn nach unserer Lehre existiert ein Gott und ein Sohn, sein Wort, und ein Heiliger Geist, die hinsichtlich der Macht ein einziges Wesen sind, der Vater, der Sohn, der Geist; denn der Sohn ist des Vaters Verstand, Wort, Weisheit und der Geist ist Ausfluß wie Licht von Feuer“.
Bittschrift für die Christen (Kap. 18)
abgefasst um 175 n. Chr. von Athenagoras von Athen„[…] so ist auch dem einen Gotte und seinem Sohne, dem Logos, der als (vom Vater) ungetrennt gedacht wird, alles untergeordnet.“