„Es salbte aber der Vater, gesalbt wurde der Sohn in dem Geiste, der die Salbung ist, gemäß dem Worte des Isaias, der da spricht: ‚Der Geist des Herrn ist über mir, deswegen hat er mich gesalbt‘ [Jesaja 61,1]. Damit weist er hin auf den Vater, der salbt, den Sohn, der gesalbt wurde und den Geist, welcher die Salbung ist.“
Gegen die Häresien III 19,2
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Denn daß überhaupt keiner aus den Söhnen Adams schlechthin Gott genannt oder Herr geheißen wird, das haben wir aus den Schriften nachgewiesen. Alle aber, die nur ein wenig um die Wahrheit sich kümmern, können sehen, daß [Christus] allein von allen Menschen, die jemals gewesen sind, im eigentlichen Sinne als Gott und Herr und ewiger König und Eingeborener und fleischgewordenes Wort […] bekannt wird […] und daß er zugleich der heilige Herr und wunderbare Ratgeber [Jesaja 9,5] und schön von Gestalt und der starke Geist sein werde, über den Wolken kommend als erster Richter des Weltalls [Matthäus 24,30], dies alles haben von ihm die Schriften verkündet.“
An Autolykus I 7
abgefasst um 180 n. Chr. von Theophilus von Antiochia„Wenn du die Sterblichkeit wirst abgelegt und die Unsterblichkeit angezogen haben, dann wirst du Gott in entsprechender Weise schauen. Denn Gott wird deinen Leib auferwecken, unsterblich mit deiner Seele, und dann wirst du, selbst unsterblich geworden, den Unsterblichen schauen, wenn du jetzt an ihn glaubst […]“
Gegen die Häresien IV 25,1
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„[Abraham] empfing auch den Bund der Beschneidung nach der Rechtfertigung, die in der Vorhaut des Glaubens gewesen war, damit in ihm beide Testamente im voraus abgebildet würden, und er der Vater aller [Gläubigen] würde […] aus der Beschneidung und derer aus der Vorhaut. So ist auch ‚Christus der Haupteckstein‘ [Epheser 2,20], der alles trägt und in dem Glauben Abrahams die sammelt, die aus beiden Testamenten zum Bau Gottes geeignet sind. Doch der Glauben in der Vorhaut ist zum ersten und letzten geworden, wie er ja auch das Ende mit dem Anfang verbindet. Vor der Beschneidung nämlich war er in Abraham und den anderen Gerechten, die Gott gefielen […]. Und wiederum ist er in den letzten Zeiten in dem Menschengeschlechte durch die Ankunft des Herrn aufgegangen. Die Beschneidung aber und das Zeremonialgesetz nahmen die mittleren Zeiten ein.“
Gegen die Häresien IV 20,3–4
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Und daß das Wort, d. h. der Sohn, immer bei dem Vater war, haben wir vielfach dargetan. Daß aber auch die Weisheit, d. h. der Geist, bei ihm vor aller Schöpfung war, sagt er durch Salomon: ‚Gott hat durch die Weisheit die Erde gegründet, den Himmel bereitet durch die Klugheit. Durch seinen Geist brachen die Abgründe hervor und die Wolken träufelten Tau‘ [Sprüche 3,19–20]. Und wiederum: ‚Der Herr schuf mich am Anfang seiner Wege zu seinen Werken, vor der Ewigkeit gründete er mich, im Anfang, bevor er die Erde machte […]‘ [Sprüche 8,22–25]. […] Der eine Gott […] [hat] durch sein Wort und die Weisheit alles gemacht und geordnet“.
Gegen die Häresien II 33,5
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Wenn daher die Zahl, die er selbst bei sich vorherbestimmt hat, voll geworden ist, dann werden alle, die [im Buche des Lebens] eingetragen sind, zum Leben auferstehen […], damit durch die Vollendung der von Gott vorherbestimmten […] Zahl der Menschen die Anordnung des Vaters erfüllt werde.“
An Autolykus III 7
abgefasst um 180 n. Chr. von Theophilus von Antiochia„Pythagoras […] bestimmt zuletzt die Natur (als höchstes) und behauptet die Zufälligkeit des Alls […]. Und alle die Aussprüche für den Atheismus ferner […]. Über Euhemerus, den ärgsten Atheisten, ist auch nur zu reden überflüssig. Denn […] er läßt die Welt vom Zufall regiert werden.“
Gegen die Häresien IV 5,2
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Diesen [Gott] verkündete auch der Prophet Daniel, als Cyrus, der König der Perser, ihn fragte: ‚Warum betest du Bel nicht an?‘ Da sagte er ihm: ‚Ich verehre nicht Götzen, die mit der Hand gemacht sind, sondern den lebendigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat und die Herrschaft besitzt über alles Fleisch.‘ [Daniel 14,4–5.]“
Gegen die Häresien IV 29,1–2
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Aber er verhärtete, sagen jene, das Herz des Pharao und seiner Diener [Ex 9,35]. Die dies einwenden, lesen nicht die Stelle im Evangelium, wo der Herr seinen Jüngern auf ihre Frage: ‚Warum sprichst du zu ihnen in Gleichnissen?‘ antwortete: ‚Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Himmelreiches zu erkennen. Zu jenen aber spreche ich in Gleichnissen, damit sie sehen und nicht sehen, hören und nicht hören, einsehen und nicht verstehen, damit gegen sie die Prophezeiung des Isaias erfüllt wird, die da sagt: Verhärte das Herz dieses Volkes und ihre Ohren verdunkele und ihre Augen verblende! Glücklich aber eure Augen, die sehen, was ihr sehet, und eure Ohren, die hören, was ihr höret‘ [Mt 13,10–16]. […] Da nun Gott alles vorausweiß, so überläßt er die, von denen er weiß, daß sie nicht glauben werden, ihrem Unglauben, wendet sein Angesicht von solchen ab und läßt sie in der Finsternis zurück, die sie sich selbst erwählt haben. Was Wunder also, wenn er den Pharao, der ja niemals geglaubt hätte, samt seinem Anhang dem Unglauben preisgab?“
Gegen die Häresien IV 29,2
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Da nun Gott alles vorausweiß, so überläßt er die, von denen er weiß, daß sie nicht glauben werden, ihrem Unglauben, wendet sein Angesicht von solchen ab und läßt sie in der Finsternis zurück, die sie sich selbst erwählt haben.“
An Autolykus III 23
abgefasst um 180 n. Chr. von Theophilus von Antiochia„Damit wir aber eine genauere Chronologie liefern, wollen wir mit Gottes Hilfe uns jetzt daran machen, […] auch die [Geschichte] vor der Sintflut durchzugehen, um so nach Möglichkeit die Zahl der gesamten Jahre der Welt uns vorzuführen, indem wir auf den fernsten Anfang der Schöpfung der Welt zurückgehen, die uns Moses, der Diener Gottes, durch den HI. Geist beschrieben hat. Indem er nämlich die Geschichte der Schöpfung und Entstehung der Welt und des ersten Menschen und die folgenden Ereignisse erzählt, gibt er auch die Jahre an, die vor der Sintflut verflossen.“
Gegen die Häresien III 1,1
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Von keinem andern als von denen, durch welche das Evangelium an uns gelangt ist, haben wir Gottes Heilsplan gelernt. Was sie zuerst gepredigt und dann nach dem Willen Gottes uns schriftlich überliefert haben, das sollte das Fundament und die Grundsäule unseres Glaubens werden. […] Matthäus verfaßte seine Evangelienschrift bei den Hebräern in hebräischer Sprache, als Petrus und Paulus zu Rom das Evangelium verkündeten und die Kirche gründeten. Nach deren Tode zeichnete Markus, der Schüler und Dolmetscher Petri, dessen Predigt für uns auf. Ähnlich hat Lukas, der Begleiter Pauli, das von diesem verkündete Evangelium in einem Buch niedergelegt. Zuletzt gab Johannes, der Schüler des Herrn, der an seiner Brust ruhte, während seines Aufenthaltes zu Ephesus in Asien das Evangelium heraus.“
Gegen die Häresien IV 37,1
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Jenes Wort: ‚Wie oft wollte ich versammeln deine Söhne, und du hast nicht gewollt‘, weist auf das alte Gesetz von der Freiheit des Menschen hin. Denn frei hat ihn Gott im Anfang erschaffen, mit eigener Macht wie mit eigener Seele, sodaß er mit freiem Willen ohne Zwang […] Gottes Einsicht folgen sollte. Denn bei Gott ist kein Zwang […]. Er legte aber in den Menschen wie in die Engel die Gewalt zu wählen, denn auch die Engel sind mit Vernunft begabt, damit die, welche ihm gehorchen würden, mit Recht das Gute besäßen, von Gott verliehen, aber von ihnen bewahrt.“
Gegen die Häresien III 21,2
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Bevor nämlich die Römer sich ihres Reiches bemächtigten, […] da bat Ptolomäus […] die Jerusalemitaner, ihre Schriften ins Griechische zu übersetzen, weil er seine in Alexandria angelegte Bibliothek mit den vorzüglichsten Schriftwerken aller Länder auszustatten wünschte. Jene nun […] schickten siebzig Älteste, die in den Schriften besonders bewandert waren und beide Sprachen beherrschten, […] damit sie seinem Wunsche willfahrten. Um aber sicher zu gehen, und weil er fürchtete, daß sie vielleicht auf Verabredung die Wahrheiten der Schrift in ihrer Übersetzung verbergen möchten, sonderte er sie voneinander ab und ließ alle dieselbe Schrift übersetzen, und so machte er es mit allen Büchern. Als diese nun vor Ptolomäus zusammen kamen und ihre Übersetzungen verglichen, da sagten alle zum Ruhme Gottes und zur Beglaubigung des göttlichen Charakters der Schriften dasselbe mit denselben Worten und denselben Ausdrücken von Anfang bis zu Ende […]“
An Autolykus I 14
abgefasst um 180 n. Chr. von Theophilus von Antiochia„So nimm denn auch du mit gutem Willen und ehrfurchtsvoll die prophetischen Schriften zur Hand, und sie werden dir deutlicher den Weg zeigen, wie du den ewigen Strafen entfliehen und die ewigen Güter Gottes erlangen kannst.“
Gegen die Häresien II 27,1
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Wer aber gesunden Verstandes und geraden, frommen und wahrheitsliebenden Herzens ist, der wird eifrig erforschen, was Gott in die Gewalt der Menschen gegeben und unserer Kenntnis unterworfen hat, und wird darin fortschreiten und durch tägliche Übung leicht zu einer Wissenschaft von diesen Dingen gelangen. Hierzu gehören die, welche uns vor Augen liegen und was offen und mit unzweideutigen Ausdrücken in den Schriften niedergelegt ist.“
Gegen die Häresien IV 37,1–2
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„[…] die [das Gute] tun, die werden Ehre und Ruhm erlangen, da sie das Gute getan haben, wo sie es auch nicht tun konnten; die es aber nicht tun, die werden das gerechte Gericht Gottes erdulden, weil sie das Gute nicht getan haben, wo sie es doch tun konnten. [2] Wären von Natur die einen gut, die anderen schlecht geworden, dann wären die Guten nicht lobenswert, da sie ja so gemacht worden sind, noch jene tadelnswert, da von ihnen das Gleiche gilt. Da aber alle von der gleichen Natur und imstande sind, das Gute sowohl an sich zu ziehen und zu tun, als auch von sich zu stoßen und nicht zu tun, so werden mit Recht bei verständigen Menschen, also vielmehr noch bei Gott, die einen gelobt und empfangen das ihrer guten Wahl und Ausdauer gebührende Zeugnis; die anderen aber werden getadelt und empfangen die gebührende Strafe, weil sie das Schöne und Gute von sich gewiesen haben.“
Gegen die Häresien III 21,1
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„Gott ist also Mensch geworden, und der Herr selbst wird uns erlösen, indem er das Zeichen der Jungfrau gibt. Falsch ist daher die Deutung derer, die da wagen, die Schrift so zu erklären: Siehe, ein Mädchen wird im Leibe haben und einen Sohn gebären. So übersetzen es Theodotion aus Ephesus und Aquila aus Pontus, beides jüdische Proselyten; ihnen folgen die Ebioniten, die da sagen, er sei der natürliche Sohn Josephs. Damit zerstören sie die großartigen Heilspläne Gottes, soviel an ihnen ist, und vernichten das Zeugnis der Propheten, das Gott kundgetan hat.“
An Autolykus III 7
abgefasst um 180 n. Chr. von Theophilus von Antiochia„Plato […] behauptet, daß die Seelen […] einiger sogar in Tiere übergehen. Wie sollte Leuten, die Vernunft besitzen, diese seine Lehre nicht schrecklich und gottlos erscheinen, nach der ein Wesen, das einst ein Mensch gewesen, […] ein […] unvernünftiges Tier werden soll? Gleiche Faseleien findet man auch bei Pythagoras, der zudem auch noch die Vorsehung wegdemonstriert […]“
Gegen die Häresien IV 18,5
abgefasst um 180 n. Chr. von Irenäus von Lyon„[…] wie das von der Erde stammende Brot, wenn es die Anrufung Gottes empfängt, nicht mehr gewöhnliches Brot ist, sondern die Eucharistie, die aus zwei Elementen, einem irdischen und einem himmlischen besteht, so gehören auch unsere Körper, wenn sie die Eucharistie empfangen, nicht mehr der Verweslichkeit an, sondern haben die Hoffnung auf Auferstehung.“